Usseln

Es wird eng im Betrieb

- Willingen-Usseln (bk). Die Upländer Bauernmolkerei stößt allmählich an ihre räumlichen Grenzen. Lieferten anfangs 18 Landwirte ihre Milch nach Usseln, so sind es jetzt 132 – und täglich melden sich weitere Interessenten.

Es gab zahlreiche skeptische Stimmen, als die Bauernmolkerei im September 1996 eröffnet wurde. Doch es gelang dem engagierten Team um Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Jacobi und Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink schnell, anfängliche Probleme zu überwinden. Das Unternehmen entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Vorzeigeprojekt der Region. 33 Millionen Liter Milch Musste anfangs noch konventionell erzeugte Milch hinzugekauft werden, um die Mindestmenge von zehn Millionen Litern pro Jahr zu erreichen, so liefern die Gesellschafter inzwischen 33 Millionen Liter Biomilch jährlich. Seit zwei Jahren wird im Betrieb keine konventionelle Milch mehr verarbeitet. Mit 50 Mitarbeitern – davon zehn im Molkereiladen und im Milchmu(h)seum – ist das Unternehmen heute der größte Arbeitgeber in Usseln. Ein Blick nach vorn Wie geht es weiter mit der Upländer Bauernmolkerei? Die Gesellschafter machen sich Gedanken über die Zukunft des florierenden Betriebs. Karin Artzt-Steinbrink geht davon aus, dass die Milchmenge in den nächsten Jahren weiter wächst. „Viele Bauern möchten mehr Milch liefern“, berichtete sie am Montag bei einem Gespräch mit der Upländer FWG-Fraktion. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Interessenten, die ihre Betriebe umstellen wollen oder bereits umgestellt haben. Sie möchten nun ebenfalls gern bei der Bauernmolkerei einsteigen, die sich durch faire Auszahlungspreise auszeichnet. Die Landwirte bekommen bei einem Fettgehalt von 3,7 Prozent 39 bis 40 Cent pro Liter Milch; der Upländer Betrieb liegt mit diesem Preis im bundesweiten Vergleich im oberen Drittel. „Ich bin kein Wachstumsfetischist“, das gibt Karin Artzt-Steinbrink offen zu. „Aber viele Bauern suchen eine Chance und möchten gern an uns liefern.“ Sie verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die nächstgelegenen Biomolkereien relativ weit entfernt sind; sie befinden sich in Coburg und an der holländischen Grenze. Auch angesichts der Tatsache, dass der Bedarf an Biomilchprodukten bei den Kunden steigt, schließt die Geschäftsführerin eine Vergrößerung des Betriebs nicht aus. Zudem gibt es Überlegungen, eventuell neue Produkte herzustellen, die eine größere Wertschöpfung versprechen (beispielsweise Käse). In Ruhe nachdenken „Wir müssen in Ruhe überlegen, welchen Weg wir gehen.“ Im derzeitigen Betriebsgebäude, das sich mitten im Ort befindet, ist es jetzt bereits so eng, dass für Teile des Lagers andere Räumlichkeiten angemietet werden mussten. Auch wird hier auf drei Ebenen gearbeitet, was nicht gerade den Idealvorstellungen entspricht. Karin Artzt-Steinbrink hält einen Neubau für denkbar. Es gab sogar schon Anregungen einzelner Gesellschafter, das Unternehmen beispielsweise nach Korbach umzusiedeln – eine Idee, mit der sich die Geschäftsführerin allerdings nicht anfreunden kann. Die Upländer Bauernmolkerei sollte ihrer Ansicht nach im Upland beheimatet bleiben. Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Mittwoch, 31. März 2010.

Kommentare