Kassel/Lichtenfels

EWF wird Gläubiger ersten Ranges

+

- Kassel/Lichtenfels (den). Hunderttausende Euro ist ein Lichtenfelser Geschäftsmann der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) schuldig. Das Landgericht Kassel entschied: EWF darf dessen Eigentum zwangsversteigern lassen.

Mithilfe eines juristischen Tricks hatte der Unternehmer versucht, das Vermögen vor dem Zugriff der EWF zu retten: Er belastete die Grundstücke zugunsten seiner Frau, sodass der Energieversorger keinen Zugriff mehr auf das Vermögen hatte. Diesen Kniff focht die EWF vor dem Landgericht im vergangenen Jahr an – und bekam nun recht. Die Ehefrau muss der EWF im Grundbuch nun einen Vorrang einräumen. Während viele Privathaushalte Sparen als oberste Devise ausgeben, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten, summierten sich bei der Lichtenfelser Firma die Rückstände immer weiter. Auf mehrere Hunderttausend Euro wartet die EWF bis heute.

2007 hatten deswegen die ersten Rechtsstreitigkeiten zwischen beiden Parteien begonnen. Bei einem Vergleich im August 2008 einigten sich Kläger und Angeklagter auf die Zahlung von 650 000 Euro. Durch eine Bankbürgschaft konnte ein Teil der Schulden beglichen werden. Doch den Rest blieb der Geschäftsmann schuldig. Der Beklagte hat einen Monat Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen. Dann müsste das Oberlandesgericht Frankfurt erneut über den Sachverhalt entscheiden.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 17. Februar

Kommentare