Korbach

Wirtschaftskrise erreicht die Volksfeste

- Korbach. Das kleine Glück für wenig Geld: Wenn sich die Leute keinen Urlaub leisten können, gehen sie immer noch auf Volksfeste. Doch in der Wirtschaftskrise wackelt auch diese alte Schausteller-Weisheit.Das wird beim Korbacher Kiliansmarkt deutlich.

Lebkuchenherzen, saure Stangen, Kaubonbons: Heike Nordmeier und Fritz Schneider füllen die Auslage ihres Verkaufswagens mit süßem Zuckerwerk und rüsten sich für den Ansturm auf dem Korbacher Kiliansmarkt – wenn er denn kommt: Für den in fünfter Generation geführten Traditionsbetrieb aus Freienhagen wird das Geschäft auf Jahrmärkten und Volksfesten immer härter. „Die guten Jahre sind vorbei, die Leute haben immer weniger in der Tasche“, klagt Schneider. Hartes Brot für süße Waren „Es ist ein hartes Brot geworden“, stimmt ihm sein Kollege Jürgen Köchling aus Twiste zu: „Die Leute kommen auf die Märkte, aber sie kaufen nichts mehr. Seit Jahren wird es weniger, die Wirtschaftskrise kommt jetzt noch hinzu“, sagt Köchling. Wie jedoch der Kassensturz zum Jahresende ausfallen wird, können die beiden Süßwaren-Händler noch nicht abschätzen: „Die Saison der großen Feste hat für uns gerade erst begonnen“, sagt Schneider. Auch eine bundesweite Prognose gibt es noch nicht. Eine Einschätzung, wie sich die Branche in 2010 entwickeln wird, gibt der Deutsche Schaustellerbund (DSB) erst in zwei Wochen ab. Noch würden Daten gesammelt, erklärte ein Sprecher gegenüber der WLZ-FZ. Zumindest in Nordhessen hat die neue Saison laut Konrad Ruppert, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Kassel-Göttingen, einen verhaltenen Anfang genommen. Dass dieses Jahr genauso glimpflich für die Schausteller abläuft wie 2009, daran hat Ruppert Zweifel. (Lutz Benseler) Mehr in der WLZ-FZ vom 4.Juni 2010

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