Korbach

Mit Worten Türen gedanklich geöffnet

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- Korbach-Lengefeld (rsm). Das Fest für „975 Jahre Lengefeld“ wirft seine Schatten voraus, aber es muss sich vom 17. bis 19. Juni schon anstrengen, dass es nicht von der Generalprobe am Samstag mit Ortsbegang, Vorstellung der Dorfchronik und einer Feier auf dem Dorfplatz in den Schatten gestellt wird.

Schon allein der rund dreistündige Ortsbegang war gehenswert. Fast das halbe Dorf war dafür auf den Beinen. Die rund 300 Menschen - nicht nur Lengefelder - machten aus dieser Veranstaltung eine kleine Völkerwanderung, und waren ab und zu auch eine Verkehrsbehinderung. Wissbegierig und andächtig hingen sie an den Lippen von Heinrich Friedewald, der diesen Ausflug in die Vergangenheit mit Hartmut Gürtler und Hans Albert Pohlmann, Vorsitzender der Bezirksgruppe Korbach des Waldeckischen Geschichtsvereins, erarbeitet hat.

Doch nicht nur historische Häuser sind bei dem Ortsbegang zu sehen, sondern auch geschichtsträchtige Kleidung, obwohl sie neu ist. In der Menschenmenge fallen Frauen und Kinder in Waldecker Trachten und einem Häubchen auf. Es sind Lengefelderinnen, die eine Idee mit viel Arbeit, Nadel, Faden und zwölf Nähmaschinen in ein sichtbares Ergebnis umgesetzt haben. „Wir haben für 53 Frauen und 13 Kinder diese Trachten geschneidert“, sagt Maria Mitsch.

Nach dem Ortsbegang wurde ein weiterer Jubiläumshöhepunkt vorgestellt: die Dorfchronik. Das Buch entstand unter der Federführung von Anette Pries, die viele Helfer und Autoren für dieses aufwändige und rund eineinhalb Jahre dauernde Projekt gewinnen konnte.

Das Dorffest begann mit einer Ehrung für jemanden, der diesen Jubiläumstag nicht mehr erleben darf, aber lange auf diesen Tag hingearbeitet hat: Volker Hohmann, Ortsvorsteher von Lengefeld von April 2006 bis Februar 2010. Er erkrankte plötzlich und starb im März 2010. Er hatte großen Anteil am Bau des Dorfplatzes und als Dank dafür, übergab der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich Ortsvorsteher Axel Bitter-Schwalenstöcker eine Plakette zum Gedenken an Hohmann, die einen Platz in der Dorfplatz-Grillhütte finden wird.

Friedrich zeichnete einen weiteren hilfsbereiten Lengefelder aus, bei dem es „immer auffällt wenn er mal krank oder im Urlaub ist, denn dann kümmert sich so schnell keiner darum, wenn etwas in der Halle nicht funktioniert oder das Gras um das Gebäude lang wird“. Friedrich überreicht Heinrich Ehringhausen eine Urkunde, für seine Aufgabe als Hallenwart, die er seit 14 Jahren ausübt.

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