Adventskonzert des Evangelischen Kinder- und Jugendchores Korbach-Lelbach

Ein „wunderbares Geschenk“

Korbach - Um das Bewusstsein für die Bedeutung des Weihnachtsfestes zu stärken und den jüngsten Mitgliedern des Chores eine Bühne zu bieten, hat Stadtkantor Eberhard Jung Peter Schindlers Musical „Weihnachten fällt aus“ einstudiert.

Zum Adventskonzert des Evangelischen Kinder- und Jugendchores Korbach-Lelbach in der Nikolaikirche fand sich ein vier Hörergenerationen umfassendes Publikum ein; allerdings erwiesen sich anderthalb Stunden als zu lang für die allerjüngsten Zuhörer. Ehe sich der amtliche Weihnachtsmann Ambrosius Schöneweiß dazu entschließen konnte, mal ein Sabbatjahr einzulegen, sorgten der Jugendchor und die „Junx“ mit weihnachtlichem Liedgut für jene Stimmung, die eigentlich keiner gern missen möchte. Die „Junx“, von denen viele inzwischen den Stimmbruch hörbar hinter sich haben, erfreuten die Zuhörer mit „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ und „Tochter Zion“. Zum Einstimmungsprogramm des Jugendchores gehörten u. a. „Morgen Kinder wird‘s was geben“, „Leise rieselt der Schnee“, „Jingle Bells“, „Rudolph“, „Alle Jahre wieder“, „Hört der Engel helle Lieder“, aber auch „Christmas in the Old Man’s Hat“, das mit seinen Musicaltönen für allerhöchste Vorfreude sorgte. Mit tröpfelnden Pianotönen eröffnete der Stadtkantor am Klavier den Engelschor: „Es wird langsam Zeit, wir Engel sind bereit“, singen die rührigen Helfer des Weihnachtsmanns zum Vorbereitungsbeginn am ersten August. Doch Hausherr Ambrosius Schöneweiß (Sven Kiepe) antwortet den beiden Schlittenengeln (Beke Mehring, Merle Ochner): „Ich bin so müde, lasst mich in Ruh.“ Die Pause sei zu kurz gewesen. „Weihnachten fällt aus“, lautet sein Entschluss. „Alle Jahre dieser Stress, Weihnachten bis zum Exzess“, stimmt ein Teil der Engel sofort zu, die neuerdings für fünfmal so viele Schlitten packen müssen, sogar der Wetter-engel (Jette Pelz) hält sich mit der weißen Pracht zurück. Briefe mit der Botschaft „Weihnachten fällt aus“ gehen in jedes Haus. Die Reporterin (Alicia Grebe) erhält ein überwiegend positives Echo bei ihrer Umfrage in der Fußgängerzone, die Kinder sind froh darüber, dass sie sich das Lernen von Gedichten sparen können, und der Müllmann freut sich über weniger Arbeit nach den Feiertagen. Die Skifahrer fliegen in die Karibik und fahren Wasserski, so weit scheinen alle glücklich. Bis die kurz vor dem Fest doch neugierig gewordenen Engel am 23. Dezember vor einem Haus im Tannenwald eine Familie erspähen, die wohl nicht mitbekommen hat, dass Weihnachten ausfällt. Die Mutter ist hochschwanger, das Kind könnte schon am nächsten Tag zur Welt kommen. Dabei fällt der Entschluss, für diese eine Familie doch Weihnachten stattfinden zu lassen. Der Chor fasst mit „Vom Himmel hoch geht‘s auf die Erd‘ “ den neu erwachten Eifer und die zugehörige Eile in Töne. Flocken fallen, während das Wiegenlied „Welch eine wundersame Nacht“ ertönt. „Das kleine Baby, so süß“, rufen die Engel gerührt. „Ein frohes Lied ist ein wunderbares Geschenk“ lautet das Fazit dieser vollkommen stressfreien Ausnahmeweihnacht. Und auch der amtliche Weihnachtsmann ist sich sicher, dass es das schönste Weihnachten ist, das er je erlebt hat.Die vom musikalischen Geschehen und der Bühnenhandlung gerührten und begeisterten Zuhörer spendeten eifrig Beifall, das jüngste Mitglied im Publikum hatte zuvor schon eifrig dem Neugeborenen seine Stimme geliehen. Von Armin Hennig

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