Schützengilde feiert Umbau und Einzug in das alte Steinhaus aus dem 14. Jahrhundert

Zehn Jahre gut aufgehoben im „Gildehaus“

Korbach - Zur Feier des zehn Jahre zurückliegenden Umbaus des Steinhauses an der Violinenstraße zum „Gildehaus“ haben sich am Wochenende Vertreter des ältesten Korbacher Vereins und der Stadt getroffen. Sie erinnerten sich an die Zeit des Umbaus, den die Mitglieder der Gilde nahezu vollständig in Eigenleistung erbrachten.

In einer kleinen Zeremonie erinnerte Ehrenoberst Manfred Schatz, damals einer der Mitinitiatoren des Umbaus, an die Eigenleistung des Vereins. Das Steinhaus, eines von zwei noch erhaltenen in der alten Hansestadt, beherbergt heute nahezu alle Utensilien der Gilde: Neben dem normalen Vereinsinventar befinden sich hier Uniformen, Gewehre und Äxte sowie die Kanonen des historischen Vereins, der damit unter anderem beim Altstadt-Kulturfest, Mittelalterlichen Markt oder den vereinseigenen Festen lautstark auf sich aufmerksam macht.

Auf jeder Etage hat eine der insgesamt zehn Formationen und Gruppierungen ihren Platz gefunden. Vor allem beim Altstadt-Kulturfest, an dem die Gilde 2015 im dritten Jahr aktiv teilnimmt, strömen Korbacher und Gäste in das historische Gebäude und überzeugen sich von der Arbeit des Vereins. Dieser hatte sich vor zehn Jahren dazu verpflichtet, 40000 Euro Eigenleistung zu vollbringen. Viele fleißige Hände sorgten dafür, dass das Ziel übertroffen wurde.

Heute kümmern sich vor allem Karin und Joachim Stade sowie Friedhelm Brücher als Hausmeister darum, dass das gotische Steinhaus immer in einem repräsentativen Zustand ist. Manfred Schatz hatte an die Umbauarbeiten erinnert und vor allem den Gildemitgliedern und den vielen Sponsoren gedankt, die den Umbau möglich gemacht hatten. „Die Absprachen klappten prima, die Einsatzkräfte waren immer da, es gab keinerlei Terminprobleme - man war einfach immer dabei“, würdigte er das Engagement. „Einer allein ist wenig, viele zusammen bringen den Erfolg“, war er sich sicher.

Lange Zeit hatte das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert - dem Gründungsjahrhundert der Schützengilde - als Lagerhaus, dann zu späterer Zeit als Jugendherberge gedient. Um den Verfall des Hauses zu verhindern, arbeiteten Stadtverwaltung und Gildemitglieder gemeinsam an einem neuen Konzept für das Gebäude, das am 21. Mai 2005 offiziell übergeben worden war. Seitdem haben sich nicht nur Mitglieder des Vereins im Trauzimmer im Erdgeschoss das Jawort gegeben, das Gildehaus ist offizieller Trauort des Standesamtes.

Stadträtin Gudrun Limperg lobte die Initiative der Schützenbrüder und überbrachte ein Geschenk. In munterer Runde klang der Abend aus. Im Sommer möchte sich die Gilde mit einem weiteren Akt bei Sponsoren und Förderern bedanken.(r)

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