Sanierung und Umbau des Heringhäuser „Haus des Gastes“ beginnt in der nächsten Woche

Zeitgemäße Angebote für die Gäste

Das Hallenbad im Heringhäuser „Haus des Gastes“ schließt am Freitagabend – Umbauarbeiten stehen bis Jahresende an.

Diemelsee - Heringhausen - Im März beginnen die Arbeiten am Gebäude, bis Jahresende sollen sie abgeschlossen sein.

Noch ziehen die Schwimmer im Hallenbad ihre Bahnen, doch nach dem nächstem Freitag ist damit Schluss: Am Montag rücken Bauarbeiter an - für rund 2,3 Millionen Euro lässt die Gemeinde das „Haus des Gastes“ sanieren. Gestern stellten Bürgermeister Volker Becker und Maike Breuker von der Diemelseer Tourist-Information die Planungen vor.

Planungen im Überblick:

l Im Hallenbad seien umfangreiche Arbeiten geplant, allerdings eher „unterhalb der Bodenplatte“, beschrieb Becker, die Becken bleiben bestehen. Erforderlich ist etwa die Erneuerung der Elektrosteuerung. Die Be- und Entlüftung soll verbessert werden, auch die Umkleideräume und der Sanitärtrakt werden neu gestaltet. Das Blockheizkraftwerk wird „ertüchtigt“. Außerdem werden einzelne Fliesen in den Becken und die Filter erneuert. Die Gemeinde hatte eine Gästebefragung gestartet, gerade Kinder sollten ihre Wünsche äußern. „Wir versuchen, die Anregungen umzusetzen“, betonte Becker.

Damit die Arbeiten schneller gehen, wird das Bad komplett geschlossen. „Wir hoffen auf das Verständnis der Badegäste“, sagt Becker. Viele schätzen es: 29 165 Besucher zählte das Hallenbad im vorigen Jahr, ein Plus von 1115. Der Freitag ist für Monate der letzte Badetag. Er hoffe, dass die Gäste nach dem Umbau wieder nach Heringhausen fänden, sagte Becker.

l Der Eingang an der Seite zur Kirchstraße wird „einladender“ gestaltet. Von dort führen künftig Treppen hinauf zur neuen Tourist-Information und hinab zum Hallenbad. Für den barrierefreien Zugang zu den beiden Ebenen wird ein gläserner Fahrstuhl gebaut. Immer wieder hatten Gäste bislang Schwierigkeiten, den Zugang zu finden.

l Die Tourist-Information der Gemeinde zieht um in ansprechende neue Räume direkt neben dem neuen Eingang. Dazu wird die Terrasse des Lokals „Sonnenschein“ überbaut. Die bisherigen Räume seien zu klein und nicht mehr zeitgemäß, erläuterte Breuker. Ein Beratungsgespräch oder die Erklärung eines Wanderweges am Bildschirm sei derzeit nur schwer möglich. „Das Personal haben wir, aber das Drumherum gehört dazu, damit sich die Gäste wohlfühlen und verweilen können“, sagte Becker. Darum sei die Neugestaltung erforderlich.

l Das Lokal „Sonnenschein“ steht seit dem vorigen Sommer leer, es solle anders genutzt werden, kündigte Becker an: „Erlebnis-Stationen“ sollen Gästen etwas bieten. Sie sollten „die Vielfältigkeit und die Einzigartigkeit“ des Naturparks Diemelsee darstellen, erklärte Breuker. „Wir haben derzeit keine Schlechtwetter-Angebote für unsere Gäste“, die seien gerade in den Wintermonaten sinnvoll. Die Stationen könnten auch Gruppen vom nahen Jugendzeltplatz nach Heringhausen locken, um sie noch näher an die heimische Natur heranzuführen.

Ideen zur Gestaltung würden noch gesammelt, sagte Becker. Fachplaner arbeiten an einem Konzept. Auch Naturschutzverbände seien eingeladen, sich zu beteiligen, betonte Becker.

Vom Namen „Naturpark-Akademie“ ist die Gemeinde allerdings wieder abgerückt. Schließlich gehe es eher um den Erlebnisfaktor, sagte Breuker: „Kinder sollen unterhalten werden, aber auch Erwachsene sollen sich angesprochen fühlen.“ An die 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche in mehreren Räumen stünden für die „Stationen“ zur Verfügung, auch die ehemalige Kegelbahn soll mit einbezogen werden. Kostenrahmen: etwa 170 000 Euro.

Außerdem sollen die Gäste Informationen über Sehenswürdigkeiten in der Umgebung erhalten. So solle ihre Interesse geweckt werden, woanders hinzufahren - ob ins Flechtdorfer Kloster oder in die Adorfer Grube „Christiane“, sagte Becker.

Entstehen soll auch eine Art Lounge mit Blick hinunter ins Hallenbad. Dort können Besucher in Ruhe eine Postkarte schreiben oder Zeitung lesen. Außerdem stehe ihnen ein kostenloser Internetzugang für Smartphone oder Laptop zur Verfügung, betonte Breuker.

l Für den Brandschutz stünden „nicht unerhebliche Investitionen an“, erklärte Becker - von der Notbeleuchtung über die Fluchtwege bis zum Einbau von Sicherheitstüren.

Die drei Säle im „Haus des Gastes“ bleiben auch während der Bauarbeiten nutzbar. Die Tourist-Information muss zwischendurch umziehen. In den bisherigen Räumen werden Server und Zähler installiert.

Das Land Hessen steuert für die Sanierung etwa 700 000 Euro aus dem EFRE-Programm der Europäischen Union zur Regionalförderung bei. Da die Technik bereits schrittweise modernisiert wurde, rechnet Becker nicht mit größeren Einsparungen im laufenden Betrieb.

„Wir haben ein strammes Programm vor uns“ sagte Becker. Der Auftrag für neue Fenster sei schon vergeben, die Ausschreibung der Elektrotechnik stehe bevor. Die Fertigstellung bis Ende des Jahres sei fest angepeilt: „Es muss gehen.“

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