Jubiläumskonzert mit Sopran und Tenor in Sachsenberger Kirche

Zeitreise durch die Musikgeschichte

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Sopranistin Rosemarie Arzt und ihr kongenialer Sangespartner Hartmut Raatz (rechts) gefielen vor allem durch ihre Interpretationen mehrerer Duette. Warum Peter Groß zu Recht als Konzertorganist gefragt ist, zeigte er ebenfalls.

Lichtenfels-Sachsenberg - Einen Höhepunkt im Sachsenberger Jubiläumsjahr erlebten am Sonntag die Besucher der evangelischen Kirche: das Konzert mit Sopranistin Rosemarie Arzt und Bariton Hartmut Raatz.

Voll besetzt war das Sachsenberger Gotteshaus am Sonntag. Schöne Musik wollte man hören, und man freute sich auf ein Wiedersehen mit zwei Künstlern, die in Sachsenberg aufgewachsen sind, hier ihre Liebe zur Musik entdeckt und ihre musikalische Grundausbildung erfahren haben: die Sopranistin Rosemarie Arzt, die nach Flöten- und Gesangsstudium heute im Chor der Deutschen Oper Berlin tätig ist - und das so erfolgreich, dass man ihr des Öfteren auch Solorollen anvertraut.

Zwei Sachsenberger

Ebenso in Sachsenberg aufgewachsen ist Bariton Hartmut Raatz, der sich zu Beginn und am Ende des Konzerts als vortrefflicher Trompeter präsentierte. Nach dem Studium der Schulmusik mit den Hauptfächern Trompete und Klavier ist er heute als Musiklehrer an der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg tätig und darüber hinaus regelmäßig als Oratoriensänger zu hören. Zwei Künstler, die ihre Passion zur Profession gemacht und sich ihre Freude an der Musik bewahrt haben.

In Sachsenberg wussten sie mit einer makellosen Leistung zu überzeugen. Besonders eindrucksvoll gelangen ihnen die Duette: Haydns „Von deiner Güte“ aus „Die Schöpfung“, das Benedictus aus Saint-Saëns’ Weihnachtsoratorium und das „Pie Jesu“ aus Andrew Lloyd Webbers „Requiem“.

Unterstützt wurden sie am Klavier von Peter Groß, der die Sänger sensibel begleitete und mit der Interpretation von Orgelkompositionen von Froberger, Bach, Rheinberger und Göttsche erkennen ließ, warum er als Konzertorganist so gefragt ist.

Kundige Erläuterungen

Als kundiger, wortgewandter Führer bei der musikalischen Zeitreise, die mit Walter von der Vogelweides „Palästinalied“ begann und über Barock, Klassik und Romantik mit Webbers „Requiem“ in der Moderne endete, erwies sich Alfons Botthof. Die Zuhörer erfuhren während des Konzerts eine Menge über die Komponisten und ihre Werke, und auch der geschichtliche Hintergrund wurde angemessen ausgeleuchtet.

Viel Beifall gab es deshalb für die vier Akteure des Jubiläumskonzerts. Viel Beifall und Dankesworte aber auch für den Festausschuss und die Helfer, die mit ihrer Fantasie, ihrem Einsatz und Fleiß das Jubiläumsjahr zu einem großen Erfolg haben werden lassen.

Sachsenberg scheint nicht nur, wie im Stadtlogo zu lesen, ein „Städtchen mit Herz“ zu sein, es ist auch ein Städtchen mit vielen musikalischen Talenten - und ein Städtchen mit Bürgern, die ihre Heimat lieben und bereit sind, sich für ihr Gemeinwesen zu engagieren. Alfred Krombholz vom Männergesangverein dankte genau dafür den Mitgliedern des Festausschusses. Pfarrer Friedemann Graß übernahm Begrüßung und Verabschiedung. (schli)

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