Betriebs-GmbH für das Korbacher Hallenbad

Ziel: Wiedereröffnung noch 2015

+
Frisch saniert, aber gähnende Leere: Seit April 2012 ist das Hallenbad geschlossen.Foto: Kleine

Korbach - Die Stadt will mit einer neuen Betriebsgesellschaft wieder selbst die Regie im Hallenbad übernehmen. 43 Bewerbungen sind nach der Stellenausschreibung für einen Geschäftsführer bei der Stadt eingegangen.

Montagnacht war Bewerbungsschluss für den Geschäftsführer-Posten einer neuen Betriebs-GmbH der Korbacher Bäder. Über 40 Bewerbungen liegen im Rathaus vor, möglichst bis Ende Februar soll die Auswahl getroffen werden, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich auf WLZ-Anfrage.

„Unser klares Ziel ist, das Hallenbad schnellstmöglich wieder zu eröffnen“, betont der Rathauschef. Dabei soll die geplante Betriebsgesellschaft mehr Tempo bringen im schwelenden Hallenbadstreit.

Das Bad wurde zwischen Herbst 2010 und März 2012 für rund zehn Millionen Euro frisch saniert. Doch schon im April 2012 waren die stählernen Becken auf der Hauer wieder verwaist. Seither tobt ein juristischer Konflikt um Verkeimung in Trinkwasserleitungen, Bauschäden und Mängel (wir berichteten).

Im Stadtparlament schlugen vor Weihnachten die Wogen erneut hoch in der Bäderdebatte. Streitpunkt war die geplante neue Betriebsgesellschaft fürs Hallenbad.

Eigentümer der Korbacher Bäder ist der heimische Versorger Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Das bringt der Stadt steuerliche Vorteile, denn für Hallenbad und Freibad schlagen alljährlich Verluste zu Buche.

EWF soll deshalb auch künftig Eigentümer der Bäder bleiben. Mit einer eigenständigen GmbH will die Hansestadt aber den tagtäglichen Betrieb wieder selbst leiten. EWF soll diese Aufgabe somit an die neue GmbH übertragen.

Zwar sind die juristischen Auseinandersetzungen und Beweissicherungsverfahren samt Gutachten ums Hallenbad längst nicht vom Tisch. Dennoch erhofft sich die Stadt eine Beschleunigung im Verfahren: Der neue Geschäftsführer könne ohne Vorbelastung aus dem jahrelangen Streit ans Werk gehen. Zudem sei es möglich, das Bad bereits zu eröffnen, ohne die Mängel bis ins Detail schon beseitigt zu haben. Dafür übernehme dann die GmbH in eigener Regie die Haftung.

Beispiel: Wenn die Beckenbeleuchtung unter Wasser noch nicht ausreichend sein sollte, setzt die Stadt eben einen zusätzlichen Schwimmmeister zur Aufsicht ein.

Vor Weihnachten gab es im Parlament eine breite Zustimmung für die Gründung einer Betriebs-GmbH. Die Grünen sperrten sich indes gegen die schnelle Stellenausschreibung für einen Geschäftsführer. Und die SPD hegte Zweifel, ob denn ein geeigneter Kandidat zu finden sei, der nicht nur umfassende Erfahrung im Bäderbetrieb habe, sondern auch die juristischen Konflikte weiterführe.

Doch ohne Geschäftsführer ist es gar nicht möglich, eine GmbH zu gründen, das unterstrichen CDU, FWG, FDP und SPD gleichermaßen. Und die 43 Bewerbungen bis zum 26. Januar sind durchaus stattlich.

„Ich bin erfreut, dass wir in so kurzer Zeit ein großes Bewerberfeld haben, aus dem wir sicher einen geeigneten Geschäftsführer auswählen können“, erklärt Bürgermeister Friedrich. Umgehend soll dann die GmbH gegründet werden.

Höhere Betriebskosten erwartet die Stadt durch die GmbH überdies nicht. Die Mitarbeiter für Hallenbad und Freibad sollen zwar von EWF in die GmbH übernommen werden. Aber im Gegenzug reduzieren sich künftig die entsprechenden Leistungen für Personal und Betriebsführung an EWF.

Möglichst noch 2015 soll das Hallenbad seine Pforten wieder öffnen. Der Ausgang des juristischen Streits ist ungewiss.

Von Jörg Kleine

Kommentare