Korbach/Diemelsee

Zwei Standesämter feiern Hochzeit

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- Korbach/Diemelsee (jk). Korbach und Diemelsee trauen sich: Die Standesämter beider Gemeinden sollen im neuen Jahr verschmelzen. Als „Mitgift“ winken über 15 000 Euro Ersparnis.

So bürokratisch wie der Name zunächst klingt, so pragmatisch sind die Ergebnisse: Über den „Kommunalen Service-Verbund Eisenberg“ arbeiten sieben Gemeinden seit Jahren enger zusammen. Willingen, Vöhl, Wal­deck, Diemelsee, Lichtenfels, Korbach und die westfälische Stadt Medebach gehören zum Verbund. Neben technischen Diensten für die Feuerwehr und der populären Kinder-Uni gibt es unter dem Dach des Eisenberg-Bündnisses viele weitere Kooperationen. Das reicht von Fortbildungen für die Verwaltung, Rechnungswesen bis hin zum Bürgerservice. Früchte trägt die Partnerschaft ebenso bei den Standesämtern.Im Sommer verkündeten Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich und sein Lichtenfelser Kollege Uwe Steuber bereits den Schulterschluss der Verwaltungen bei Eheschließungen, Geburten und Sterbefällen. Standesbeamte der Kreisstadt übernehmen bei Bedarf die Vertretung in Lichtenfels. Das spart dort Personalkosten, lastet zugleich die Abteilung in Korbach intensiver aus.

Im Zeichen des demografischen Wandels mit Bevölkerungsrückgang peilt die Gemeinde Diemelsee eine noch engere Partnerschaft mit Korbach an. Beide Gemeinden wollen ab Januar einen gemeinsamen Standesamtsbezirk formen. Im Klartext: Diemelsee verlagert sein Standesamt komplett in die Kreisstadt. Eheschließungen wird es auch künftig in Diemelsee geben, auch ohne eigenen Standesamtsbezirk.

Im Hintergrund eröffnen sich indes deutliche finanzielle Vorteile, wie zuletzt in den Beratungen des Korbacher Parlaments deutlich wurde – ob Arbeitsplatzkosten, Fachliteratur, Fortbildung, EDV oder Abrechnung. Im Vorfeld einigten sich beide Gemeinden, dass Diemelsee dafür eine jährliche Umlage von einem Euro pro Einwohner bezahlt.Das macht rund 5300 Euro, die von Diemelsee nach Korbach fließen. Zugleich spart Diemelsee aber über 16 000 Euro an Kosten ein. Die Stadt Korbach errechnete parallel eine Verbesserung von rund 4800 Euro jährlich – weil kein zusätzliches Personal eingestellt werden muss. So bleibt unterm Strich ein Plus von über 15 000 Euro für die öffentlichen Kassen beider Gemeinden.

Überdies hoffen Korbach und Diemelsee auf eine Förderung von einmalig 50 000 Euro aus Wiesbaden, denn für derlei „interkommunale Zusammenarbeit“ gibt es in der Regel Zuschüsse von der Landesregierung. Die Resonanz in den Ausschüssen des Korbacher Parlaments war einhellig: Die Stadtverordneten sollen am Freitag die „Hochzeit“ beider Standesämter absegnen.

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