Land-Hüne wechselt den Standort

Goddelsheimer übergeben Dreschmaschine an Oldtimerfreunde

+
Sachverstand, Können und Millimeterarbeit waren nötig, um die sechs Tonnen schwere und ungelenke Dreschmaschine auf den Tieflader zu verbringen. Die waldeckisch-westfälische Zusammenarbeit klappte hervorragend. Das Foto zeigt (v.l.) Jürgen Dietrich, Hermann Mause, Henrik Kutz, Reinhard Weber, Olaf Pauly, Herbert Yovanovic, Wolfgang Grosche, Wilhelm Steuber, Herbert Yovanovic. 

Goddelsheim.  Eine Dreschmaschine auf Reisen: Die große Lanz Dreschmaschine des Vereins zur Erhaltung alten Kulturgutes Goddelsheim hat im Westfälischen eine neue Heimat gefunden. Die Oldtimerfreunde Hallenberg um ihren rührigen Vorsitzenden Hermann Mause wollen die Maschine restaurieren und dann in ihrer Ausstellungshalle für Besucher präsentieren.

Die Goddelsheimer hatten das historische Gerät 1992 aus Sachsenhausen geholt und damals 1000 Mark an den Besitzer gezahlt. Das war sie Ihnen wert, weil es sich um den gleichen Typ handelt, der auch in Goddelsheim von der Maschinengemeinschaft des Unterdorfes betrieben wurde.

Ende eines Zeitalters

Die hatte allerdings am Ende des Dreschmaschinenzeitalters in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihr jähes Ende durch Verbrennung gefunden. Ein damals nicht unübliches Entsorgungsverfahren.

Fünf Mal war sie zu verschiedenen Festlichkeiten in den vergangenen 24 Jahren im Einsatz, zuletzt 2014 beim 25-jährigen Vereinsjubiläum. In den letzten Jahren stand das voluminöse Gerät in der städtischen Scheune am Friedhof, die in Kürze einem neuen Parkplatz weichen muss. So stand die Vereinsführung vor der Frage, eine neue Bleibe zu suchen oder sich von ihr zu trennen. Der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Steuber knüpfte die Kontakte zu den Hallenbergern und verhandelte den Deal.

Vor der Übergabe musste die Maschine aber zunächst  gereinigt werden. Gut versteckt, vom Reststroh wohl gewärmt und den Getreidekörnern gut genährt, hatten sich mehrere Mäusefamilien in der Maschine eingerichtet.

„Lösung ist ideal“

Arbeitskreismitglied Werner Emde war zwei Tage damit beschäftigt, die alte Technik wieder in Betrieb zu setzen. Mit Henrik Kutz wurde dann auch ein versierter Traktorfahrer gefunden, der das große und ungelenke Gerät auf den Tieflader sicher manövrieren konnte.

„Die gefundene Lösung ist geradezu ideal“, betont Kulturvereins-Vorsitzender Reinhard Weber und erklärt: „Die Maschine wird optisch restauriert und technisch instand gesetzt.“ Sie kann demnächst in der Museumshalle Hallenberg im Weiferweg  besichtigt werden.

Zudem ist bereits beim 1000-jährigen Dorfjubiläum in Hommershausen am 19. Juni 2016 eine Dreschvorführung geplant.   (r)

Kommentare