Fürstenberger verteidigen Tradition

Igelfest ohne lebendigen Igel?

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2013 wurde ein lebendiger Igel in Fürstenberg getragen: Die Ehre hatten Johannes Hasecke, Henrik Wagener, Jannick Hadewig (v. l.). Das Tier wurde danach wieder an dem Fleck ausgesetzt, an dem es gefunden worden war.

Fürstenberg. Das Igelfest in Fürstenberg, das am kommenden Wochenende wieder gefeiert wird, gehört zu den ältesten Festen im Waldecker Land. Beim Festzug trugen die Igelburschen seit jeher einen lebendigen Igel. Ein hartnäckiger Kritiker hat aber etwas dagegen.

Seit 1980 ist der Igel eine geschützte Art: Er darf damit nicht einfach aus der Natur entnommen werden. Das damalige Hessische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz erteilte der Stadt Lichtenfels 1987 jedoch eigens für das Igelfest eine Befreiung von dem Verbot – „unbefristet“, erklärt Bürgermeister Uwe Steuber.

Das war einem Mann aus Bad Homburg ein Dorn im Auge: 1995 stellte er Strafanzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz; ein Ermittlungsverfahren leitete die Staatsanwaltschaft aber nicht ein.

Als die Fürstenberger für 2016 planten, wieder einen lebendigen Igel zu tragen, wandte sich der Bad Homburger mit einer Petition an den Hessischen Landtag und verlangte das „Verbot der Zurschaustellung einen lebendigen Igels“ bei dem Fest.

Doch die Fürstenberger wollen an ihrer Tradition festhalten - und der Bürgermeister steht hinter ihnen.

Mehr dazu lesen Sie in der Druckausgabe der Waldeckischen Landeszeitung am Donnerstag, 5. Mai.

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