Stadt Lichtenfels richtet auf Nachfrage Baum-Urnenfelder ein

Letzte Ruhe unterm Friedhofsbaum

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Goddelsheim. - Urnen dürfen nicht nur im Friedwald unter Bäumen Platz finden. Auf Friedhöfen der Stadt Lichtenfels sind ebenfalls Baum-Urnengräber eingerichtet worden.

Friedhöfe sind Orte der Erinnerung – und auch diese Orte unterliegen einem Wandel. Zwar sollen sie weiterhin würdevoll gestaltet sein, doch gleichzeitig wünschen sich viele mehr Individualität, sei es bei der Auswahl des Grabes oder bei der Gestaltung. Darauf hat auch die Stadt Lichtenfels reagiert und in der Stadtverordnetenversammlung im Juni 2014 für die acht Friedhöfe der Stadt Lichtenfels unter anderem beschlossen, Urnengrabstätten unter Bäumen zuzulassen. Bis dahin waren sogenannte Reihen-, Wahlgrab- und Urnenwahlgrabstätten sowie Grabstätten für namenlose Erd- und Urnenbeisetzungen erlaubt.

Obgleich die Erlaubnis für Baum-Urnengräber in der Stadt Lichtenfels bereits seit über einem Jahr besteht, wurden sie bislang lediglich in Sachsenberg und Goddelsheim angefragt – und eingerichtet. „Wer ein Urnengrab unter einem Baum wählt, hat meistens eine besondere Beziehung zur Natur und zum Grünen“, erklärt Sabine Kesting vom Standesamt im Lichtenfelser Rathaus, das auch für Sterbefälle und das Bestattungswesen zuständig ist. Auf Wunsch werde diese Bestattungsform daher auch auf den Friedhöfen der anderen Stadtteile ermöglicht. Ein entsprechender Baum werde auf jedem Friedhof gefunden – oder gepflanzt. In Goddelsheim wurde ein großer Baum unweit der Kirche für das Urnenfeld ausgesucht. Bislang deutet lediglich ein eingelassener Stein mit feiner Platte aus Edelstahl darauf hin, dass am Fußes seines Stammes ein Mensch seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

In Sachsenberg zeugt eine dezente Abgrenzung aus dunklem Block-Pflaster unter dem Baum von einem besonderen Raum. Rechts unterhalb des Stammes ist zudem ein kleiner Platz adrett gestaltet, auf dem Angehörige Blumen oder ähnliches zum Gedenken stellen können. Die kleinen Namensplatten, die in den Boden eingelassen werden, organisiert automatisch die Stadt und stellt sie dann den Angehörigen in Rechnung, erklärt Sabine Kesting. Auf ihnen steht der Name, das Geburtsdatum und der Sterbetag – und 
damit ist es kein anonymes Grab.Grundsätzlich gehe der Trend eindeutig zu Urnengräbern, erklärt Sabine Kesting. Während in Urnenwahlgräbern ein bis zwei Urnen Platz finden und von den Angehörigen mit Blumen und Gestecken geschmückt werden dürften, sei bei Urnengräbern auf dem Rasen kein Grabschmuck zulässig. (md)

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