Jäger bitten Spaziergänger, Hundebesitzer und Endurofahrer um Rücksichtnahme

Wild sein darf nur das Wild

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Michael Osberger ist besorgt wegen der zunehmenden Zahl von Motocross-Fahrern, die sich ohne Rücksicht durch die Wälder bewegen. Das Foto zeigt einen matschigen Holzrückeweg, der von Wildschweinen als Suhle benutzt wurde und Molchen als Kinderstube dient. Mittendurch führt eine frische Motorradspur vom Wochenende.

Twistetal. Die Stille in Waldecks Wäldern wird immer häufiger von knatternden Geländemotorrädern zerrissen. Ohne Rücksicht auf die scheuen Wildtiere und die im Frühling erwachende Natur bahnen sich die gut gepolsterten Enduro-Fahrer ihren Weg über Rückepfade und Sauen-Suhlen.

Einfach weitergerast „Ich war auch mal jung und bin gerne Motorrad gefahren“, stellt Berufsjäger Michael Osberger (45) als Sprecher der Waldeckischen Jägerschaft fest: „Ich kann die Endurofahrer ja verstehen. Aber die müssen wissen, dass das nicht gut ist, was sie da anrichten.“

„Wir Jäger haben keine Lust, Räuber und Gendarm zu spielen.“ Ihm gehe es vielmehr darum, um Verständnis für den sensiblen Lebensraum Wald und für die dort lebenden Wildtiere zu werben. Der Frühling ist eine sensible Zeit: Das Wild ist tragend und werdende Mütter benötigen – auch im Wald – Ruhe.

Die Wildsauen, die gefrischt haben, sorgen sich wie alle Mütter um ihre Kleinen. Außerdem stellten die Wildtiere gerade ihre Verdauung um, weil die Magerkost des Winters nun durch kräftiges Frischfutter ersetzt werde. Alle Störungen durch Waldwirtschaft, Landwirtschaft und Freizeitwanderer seien jetzt höchst unwillkommen.

Auch Hundehalter verkennen oft, wie ein scheinbar harmloser Spaziergang mit dem freilaufenden Hund das Wild aufschrecke. Die scheuen Rehe nähmen schon aus großer Entfernung die Witterung der Hunde auf und verdrückten sich in den Dickungen.

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