Vor 30 Jahre starben zwei junge belgische Wehrpflichtige bei einem Manöverunfall

Twister erinnern an verunglückte belgische Soldaten

Gedenkstein für die am 23. August 1985 im Wald bei Twiste tödlich verunglückten Soldaten Marc Voet und Peter Stevelinck. Die Reservistenkameradschaft Bad Arolsen und die belgischen Reservisten erinnerten gemeinsam mit Twister Bürgern an die jungen Männer, die mit 20 Jahren hier ums Leben kamen. V.l. Roland Sengier, Tony Claesen, Klaus Künstel, Inge-Lore und Bernd Reuter, Maurice Bulckens, Ortsvorsteher Otto Paul, Schützenkönig Karl-Ludwig Schmidt Karola Künstel und Bernd Schmidt. Fotos: Elmar Sc

Twistetal-Twiste - 30 Jahre nach dem tödlichen Verkehrsunfall, bei dem zwei belgische Soldaten im Wald zwischen Twiste und Mühlhausen ums Leben kamen, haben Twister Bürger und Vertreter der deutschen und belgischen Reservisten den Verstorbenen einen Gedenkstein gesetzt.

Es war eine vollkommen andere Lebenssituation im Deutschland des Jahres 1985. Daran erinnerten gestern der Twister Ortsvorsteher Otto Paul und Bernd Reuter, der als Schandekundiger, schon oft bei Schnadezügen der Schützengesellschaft Gedenkminuten an der Unfallstelle eingelegt hat.

Es war mitten im „Kalten Krieg“. Die Nato und der Warschauer Pakt standen einander an der innerdeutschen Grenze gegenüber. Das Waldecker Land lag nicht weit von der Grenze entfernt. In den Kasernen von Wolfhagen, Mengeringhausen und Bad Arolsen waren mehrere Tausend Soldaten stationiert, die regelmäßig Manöver abhielten.

In einem dieser Manöver waren Soldaten des belgischen Aufklärungsregiments 1. Jagers te Paard in einem Lkw auf dem Waldweg zwischen Frederinghausen und Twiste unterwegs. Auf der Ladefläche einige Wehrpflichtige und im Führerhaus am Steuer die 20-Jährigen Fahranfänger Marc Voet und Peter Stevelinck.

Der Wagen kam vom Waldweg ab, der unerfahrene Fahrer versuchte gegenzusteuern und konnte nicht verhindern, dass der Lastwagen am Hang ins Rutschen kam und umkippte.

Als erster Zivilist aus Twiste kam damals Bernd Schmidt an die Unfallstelle und sah die eingeklemmten Soldaten im Führerhaus. Bald darauf kam auch der WLZ-Reporter und Autor dieser Zeilen an den Unfallort, wo die Leichen abgedeckt auf dem Waldboden lagen.

Die belgische Garnison stellte für die beiden Holzkreuze auf, die über die Jahrzehnte verwitterten. Um das Gedenken an die jungen Soldaten zu erhalten, haben nun die deutschen und belgischen Reservisten aus Bad Arolsen einen Gedenkstein mit Gedenktafel gesetzt.

„Er soll daran erinnern, dass wir alle in einem Boot sitzen und alle gemeinsam unseren Beitrag dazu geleistet haben, Frieden und Freiheit zu erhalten“, erklärte Bernd Reuter.

Und Otto Paul ergänzte: „Es ist ein Mahnmal für die Freundschaft in Europa, denn zwischen der belgischen Garnison und den Bürgern in Bad Arolsen und Umgebung sind Freundschaften und sogar Ehen geschlossen worden.“

Im Namen des Freundeskreises der belgischen Reservisten und Pensionäre stellte Maurice Bulckens fest: „Es ist schön zu wissen, dass hier so an unsere Kameraden gedacht wird.“ Leider sei es ihm noch nicht gelungen, die Eltern der verstorbenen Soldaten ausfindig zu machen. Man werde aber über die sozialen Netzwerke im Internet auch in Belgien von der Gedenkfeiern und dem Gedenkstein in Twiste berichten.

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