Polizei geht erneut von Brandstiftung aus – Belohnung ausgesetzt

Fast 300 Strohballen brennen bei Marienhagen

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Bei Marienhagen standen am frühen Mittwochmorgen etwa 300 Rundballen in Flammen. 

Vöhl-Marienhagen. Erneut haben Brandstifter bei Marienhagen Strohballen angezündet. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch rückten rund 100 Feuerwehrleute aus, um die Flammen zu löschen.

„Nach dem aktuellen Ermittlungsstand gehen wir davon aus, dass das Feuer mutwillig verursacht wurde“, erklärt Polizeisprecher Volker König. Den finanziellen Schaden beziffert die Polizei im höheren vierstelligen Bereich. Stärker dürfte allerdings die Beunruhigung wiegen, die die erneute Brandstiftung in der Großgemeinde Vöhl auslöst.

 Bereits vor zwei Wochen hatten Strohballen gebrannt. Ein Jäger hatte damals von seinem Hochsitz aus Stimmen gehört. „Inzwischen leuchten bei uns alle Alarmglocken, wenn wir eine Meldung aus Marienhagen bekommen“, erklärte Bernd Schenk, der den Einsatz in der Nacht leitete. Um 2.38 Uhr waren die Feuerwehrleute aus Marienhagen, Obernburg, Thalitter und Herzhausen alarmiert worden. 

Die Dimension war neu: An einer Scheune brannten 280 Strohballen. Feuerwehrleute aus Korbach, Dorfitter, Sachsenhausen, Kirchlotheim und Schmittlotheim wurden dazu gerufen. „Am Ende waren wir mit 100 Leuten im Einsatz“, sagt Schenk. Der Einsatz dauerte bis in den Mittag. Weil eine 20 000 Volt-Leitung über die Scheune verlief, nahm der Einsatzleiter Kontakt zur EWF auf, die den Strom abschaltete und eine Notleitung aufbauten. Hof Lauterbach war so kurzzeitig vom Stromnetz getrennt. 

„Die nächste Herausforderung war das Wasser“, sagt Schenk. Die Reserven im Löschwasserbehälter in Marienhagen waren schnell erschöpft. Die Feuerwehrleute griffen auf Obernburg zurück – das beeinflusste dort die Wasserversorgung der Haushalte. Indes hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen. Unterstützung gibt es von der Gemeinde. Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert kündigte an: „Wir setzen eine Belohnung von 1000 Euro aus.“ (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 1. September.

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