Gabi Dietrich aus Marienhagen reagiert mit berührendem Kunstwerk auf fremdenfeindliche Schmierereien

Kunst statt Parolen

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Bei der Arbeit: Über die gesprühten Buchstaben klebt Gabi Dietrich Kacheln und schafft so viele Gesichter von Menschen auf der Flucht. Mittendrin trifft der Betrachter auf sich selbst.

Vöhl. Gabi Dietrich verdeckt fremdenfeindliche Parolen auf ihrer Scheunenwand in Marienhagen mit berührender Kunst: Aus Fliesen kreiert sie Figuren auf der Flucht. Und bezieht auch den Betrachter selbst in ihr besonderes Kunstwerk ein.

Fliese für Fliese entsteht in Marienhagen ein Kunstwerk. Eines, das nichts erklären, sondern Mut zum Selberdenken machen will. Gabi Dietrich arbeitet direkt an der Straße, an der Wand ihrer Scheune. Dort entdeckte die Künstlerin aus Marienhagen eines Morgens die großen, schwarzen, gesprühten Buchstaben. Hässlich und plump. Fremdenfeindlich. Jeden Tag hat sie diesen Schriftzug nun vor Augen, aber Stück für Stück wird er mit Schönem, Kunstvollen überdeckt. „Ich bin nicht wütend“, sagt sie, „ich habe diesen Schmutz gesehen und wusste sofort: Da machst du was Positives raus.“

Gedacht, getan. Und so entstehen seit einigen Tagen die Gesichter von Menschen auf der Flucht. Schwarze, weiße und gelbe. Etwa 20 Augenpaare sollen den Betrachter am Ende anschauen. Kinder, Erwachsene, Greise. „Ich male nichts vor, ich schaffe jede einzelne Figur aus dem Bauch heraus“, sagt Gabi Dietrich. Die Arbeit ist ihren Händen vertraut, denn die Künstlerin aus Marienhagen kreiert seit ihrer Kindheit. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 26. April 2016.

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