Vöhler Autofans  am Sonntag beim Tuning-Treff in Naumburg dabei

Ein Rummelplatz im Kofferraum

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Alles in schwarz-orange: Bianke Löhken aus Vöhl hat ihren Opel Astra G Coupé komplett in schwarz-orange ausgestattet.

Vöhl/Naumburg. An Autorennen liegt ihnen nichts, am Tuning dafür umso mehr: Am Wochenende kommen Hunderte Autofans nach Naumburg zum Tuning-Treffen, um ihre Wagen zu zeigen.

Zu sehen gibt es einiges: Von Kirmes-Szenen und Bildschirmen im Kofferraum bis zu Mini-Wasserfällen auf der Rückbank. „Ich wollte kein Auto, wie es jeder hat“, sagt Sascha Tittel. Der 28-Jährige aus Burghasungen fährt einen Seat Ibiza, Baujahr 2013, versehen mit allerlei Besonderheiten. Limagrün war der Wagen zunächst, nun hat er eine Folierung in bronze matt mit einem Seat-Schriftzug in 3D. Im Innern hat er Audi-Sportsitze verbaut, einzelne Teile in knallrot lackiert und mit Leder versehen. Auch ein Luftfahrwerk, das absenkbar ist, hat er eingebaut - aber nur für Show-Zwecke. Doch der Hingucker überhaupt verbirgt sich im Kofferraum: Eine Kirmes-Landschaft aus Playmobilfiguren. Den ganzen Winter über hat Tittel mit seiner Freundin Britta Bendig daran gebaut. Auf Knopfdruck drehen sich zwei Karussells, Männchen tummeln sich drumherum, auch Marktstände gehören dazu.

Allerdings: Für Getränkekisten ist jetzt kein Platz mehr. Im Alltag nutzt der 28-Jährige den Wagen deshalb nicht oft. Unter dem Thema Goldrausch steht dagegen das Auto von Manuel Dörbandt aus Vöhl. Der schwarze Peugeot 208 GTI „ist mein Traumauto“, sagt der Vöhler. Entsprechend aufwändig hat er den Wagen getunt. Seit drei Jahren kommen immer wieder neue Details hinzu. Unter der Motorhaube, im Fußraum, an den Rücksitzen und im Kofferraum hat er echte Steine mittels Klettverschluss angebracht, alles abnehmbar. Hinzu kommen selbstgemachte Berge im Kofferraum und auf der Rückbank. Dort fließt auf Knopfdruck sogar ein kleiner Wasserfall. Ein Zimmerbrunnen sorgt für den nötigen Druck, um das Wasser immer wieder im Kreis laufen zu lassen, erklärt der 34-Jährige. Neben Steinen und Holz ist im Kofferraum noch Platz für eine Musikanlage - und einen Flaschenhalter samt Gläsern. Als Bianka Löhken 2009 ihren Opel Astra G Coupé kaufte, war er schwarz, versehen mit einigen silbernen Teilen. Schrecklich sah das aus, fand sie. Mittlerweile ist der Wagen komplett in schwarz-orange gehalten, außen mit einem Airbrush geschmückt.

Ihr Mann hat sie in die Tuning-Szene gebracht, doch sie wollte nicht nur daneben stehen. Alles habe er ihr beigebracht, längst kann sie ein Auto auseinandernehmen und wieder zusammenbauen. „Learning by doing“, sagt die Vöhlerin und lacht. Vollschalensitze sind im Innern eingebaut, außerdem ein Sportlenkrad, im Kofferraum steckt neben einer Musikanlage auch ein Bildschirm. Jeder Cent, der übrig ist, wird ins Auto gesteckt. Für den Alltag ist es ihr mittlerweile aber zu schade. Bei schönem Wetter oder zu Tuning-Treffen ist die 32-Jährige jedoch mit ihrem Astra unterwegs - und freut sich dann über anerkennende Kommentare und Preise für den stets blank polierten Wagen.

Von Julia Renner

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