Förderkreis der Vöhler Synagoge stellte „Auschwitz“-Broschüre vor – Auschwitzüberlebende zu Gast

Wahre Geschichten statt Zahlen

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Stellen die neue Broschüre vor: Karl-Heinz Stadtler, Johannes Grötecke, Dr. Marion Lilienthal, Ernst Klein und Dr. Wolfgang Werner. Foto: Demski

Vöhl. Am Sonntag ist Dagmar Lieblová in der Vöhler Synagoge zu Gast. Gleichzeitig stellt der Förderkreis der Vöhler Synagoge an diesem Tag eine neue Broschüre vor.

Rund 900 Kilometer liegt Auschwitz von Vöhl entfernt. „Aber das Unrecht geschah hier bei uns vor aller Augen“, sagt Ernst Klein, „hier begann es.“ Am Ende kostete es 155 Menschen aus Waldeck-Frankenberg das Leben. Insgesamt wurden Millionen Menschen in Auschwitz ermordet. „Unverständlich und auch unbegreiflich“, sagt Karl-Heinz Stadtler, „diese Zahlen können wir nicht fassen.“ „Um Demokratie kämpfen“ Und deshalb haben sich Vertreter aus einem Bündnis von Historikern und historisch Interessierten im Landkreis an einen Tisch gesetzt und recherchiert. Herausgekommen ist eine Broschüre über Auschwitz, die persönliche Schicksale in den Blick nimmt. Ernst Klein aus Volkmarsen hat ebenso mitgearbeitet wie Dr. Marion Lilientahl und Johannes Götecke aus Korbach, Karl-Heinz Stadtler vom Förderkreis hat Texte beigesteuert ebenso wie Carol Baird als Nachfahrin eines Zeitzeugen und Dr. Lukasz Martyniak vom Museum in Auschwitz.

Auschwitzüberlebende Dagmar Lieblová ist am Sonntag um 11 Uhr in der Vöhler Synagoge zu Gast. Sie wurde 1929 in Kutná Hora geboren. Im Juni 1942 deportieren die Nazis sie und ihre Familie in das Ghetto Theresienstadt. Bald wurden sie nach Auschwitz-Birkenau verlegt und im Theresienstädter Familienlager untergebracht. Dort ermordeten die Nazis ihre Eltern und ihre Schwester. Über viele andere Lager kam Dagmar Lieblová im März 1945 schließlich ins KZ Bergen-Belsen und wurde dort am 15. April 1945 von der britischen Armee befreit. Damals war Dagmar Lieblová gerade 15 Jahre alt. Zu dem kostenlosen Vortrag in der Synagoge sind alle Interessierten herzlich eingeladen. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am Samstag, 9. Juli.

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