Ministerin Priska Hinz übergibt Modell für Sehbehinderte

Weniger Barrieren im Nationalpark

+
Erste Fühlversuche am 3-D-Modell im Nationalpark-Zentrum: Hessens Umweltministerin Priska Hinz, Einrichtungsleiterin Erika Hoffmann, Dr. Karin Kaiser vom Umweltministerium und Bianca Bertrams.

Vöhl-Herzhausen. Ein neues 3-D-Modell im Nationalparkzentrum bei Herzhausen sollen blinden Besuchern beim Entdecken des Weltnaturerbes helfen. Zur offiziellen Übergabe kam Hessens Umweltministerin Priska Hinz.

Ob Blinde, Rollstuhlfahrer oder Gehörlose: Auch Menschen mit Behinderung sollen den Nationalpark hautnah erleben können. Deswegen haben die Mitarbeiter bereits 2010 ein Konzept auf den Weg gebracht. Der Verwirklichung kommen sie nun einen Schritt näher – mit Unterstützung von Hessens Umweltministerin Priska Hinz. Die übergab am Dienstag ein neues 3-D-Modell an das Nationalparkzentrum. Die Kosten von 31 000 Euro übernimmt das Land. Das Modell soll vor allem blinde Menschen dabei unterstützen, den Nationalpark zu entdecken. „Uns ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderung zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens Zugang haben“, betonte Hinz. Und dazu gehöre auch das Weltnaturerbe.

Das können Besucher – mit und ohne Behinderung – künftig tastend entdecken. Das runde 3-D-Modell gibt einen „Überblick“ über die Topografie des Nationalparks – mit Hügeln, Gewässern und der Weltnaturerbefläche. Bei jedem Teil dieses Modells haben sich die Macher für eine andere Oberfläche entschieden. Die Blindenschrift hilft bei der Bedienung des Modells. „Wir haben 20 Punkte auf dem Modell verteilt“, erklärt Erika Hofmann, „wer einen Punkt drückt, bekommt die entsprechenden Informationen vorgelesen.“ Vom Schwarzstorch bis zur Fledermaus, von der Buche bis zum Edersee: Tiere und Geschichte haben hier ihren Raum. Die Infos gibt es in vier Sprachen (deutsch, französisch, englisch und holländisch). Und wer mag, kann sie sich auch über einen Funkkopfhörer anhören. „Uns war außerdem wichtig, dass blinde Menschen auch Baum und Stein ertasten können“, erklärt Erika Hofmann. Deshalb steht am Rande des Modells eine Buche. Anfassen ausdrücklich erlaubt. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am Freitag, 15. April.

Kommentare