Flüchtlingshelfer sind gut vernetzt

Külter um Integration bemüht

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Volkmarsen-Külte. Seit drei Wochen wohnen in Külte Flüchtlinge in privaten Wohnungen, die so schnell wie möglich ins Dorfleben integriert werden sollen - und deutlich wollen.

Damit die Eingliederung der bisher 14 Menschen möglichst schnell und harmonisch klappt, hatten Moderator Günther Ettrich und Klaus-Dieter Kregelius, Pfarrer im Ruhestand, am Dienstag zur Info- und Koordinationsversammlung ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Der Einladung waren auch die Flüchtlinge selbst gefolgt, die sich freundlich lächelnd vorstellten und manches Gespräch mit den Kültern führten.

 Im vollbesetzten Sitzungssaal des DGH wurde deutlich, dass die Külter bereits tätig waren: Feuerwehr, Heimatverein, Ortsbeirat, Jägerschaft, Külter Chor haben schon Kontakte geknüpft. Mit Gerhard Busch gingen die Männer zum Montagssport und der TV-Külte-Vorsitzende, Gerhard Gottmann, schenkte den Neubürgern Zuschauer-Dauerkarten für die Heimspiele der Külter Handballer, die gleich am vergangenen Samstag emsig genutzt wurden. Vielleicht sind die jungen Männer demnächst im Handballtraining zu sehen. Einen umfangreichen Einblick in politische Hintergründe, zu den Schicksalen der Menschen und zu den bürokratischen Aufgaben, die zu bewältigen sind, gab der ehrenamtliche Volkmarser Flüchtlingsbeauftragte, Lutz Becker.

Es ging um völlig überlastete Sozialämter, Hürden bei Kontoeinrichtungen, wochenlanges Warten auf Krankenscheine. Moderator und Altbürgermeister Manfred Flore bemerkte: „Wir werden von den Flüchtlingen gefragt, wann sie in den amtlichen Sprachkurs kommen, wissen aber nicht, nach welchem System das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Anträge zu den neuen Integrations-Intensiv-Kursen bearbeitet.“ Das A und O der Integration sei das Erlernen der Sprache, betonte Becker. Sicher könne man sich Anfangs mit „Händen und Füßen“ verständigen.

Doch zeige sich schon bei der Analyse, ob ein Zettel im Briefkasten nun Werbung oder eine wichtige Einladung der Stadt ist, wie wichtig es sei, die Landessprache zu beherrschen. Erste ehrenamtliche Sprachkurse werden deswegen schon von Volkmarser Lehrerinnen angeboten. Damit das Angebot vergrößert werden kann, trugen sich viele Külter in die Liste ein, die am Ende bereitlag.

Eine Unfallversicherung über die Stadt ist für die freiwilligen Helfer mit der Registrierung automatisch abgeschlossen. Viele Flüchtlinge können Englisch und geben den Lernstoff in Urdu, arabisch oder Farsi weiter. Auch „Learning by doing“ sei eine hilfreiche Methode, merkte ein Külter an. Als er guterhaltene Sportschuhe bei einer Flüchtlingsfamilie ablieferte, entließ man ihn nicht ohne eine gemeinsame Tasse Tee mit Keksen und irgendwie klappte die Kommunikation. 

Von Ute Germann-Gysen

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