Gedenken für die von den Nazis verfolgten jüdischen Mitbürger im Volkmarser Rathaus

Es gab keine Fairness für Juden

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Mit Gesetzesverordnungen, Briefen und Fällen, die sie in chronologischer Reihenfolge vorlasen, erklärten die Mitglieder der Rückblende, warum im „Dritten Reich“ Unentschlossene schwiegen oder aus unterschwelligem Antisemitismus schäumender Judenhass wurde: (v.l.) Beate Krakenberg, Manfred Flore, Ernst Klein, Brigitte Klein und Artur Hartmann.  Foto: Ute Germann-Gysen

Volkmarsen. Zum Gedenken an die Novemberpogrome des Jahres 1939 hat die Geschichtswerkstatt „Rückblende - Gegen das Vergessen“ in den Sitzungssaal eingeladen. 

„Heute gibt es wieder manche Menschen, die sonderliche Äußerungen machen. Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe und Pflicht, immer wieder dieses Gedenken zu betreiben“, erläuterte Vorsitzender Ernst Klein das Anliegen des Vereins, der sich darum bemüht, den Opfern des Hitlerregimes ein kleines Stück ihrer Würde wieder zu geben.

Häufig behaupteten alte Volkmarser, „die jüdischen Geschäftsleute sind doch immer fair behandelt worden“. Dass es belegbar keine Fairness für Menschen jüdischen Glauben gegeben habe, belegte die Zeittafel von Gesetzeserlassen im Nazi-Reich, die von Vereinsmitgliedern vorgelesen wurde. Zu den einzelnen Gesetzen gab Klein Erläuterungen und belegte die Konsequenzen mit Beispielen beklemmender Schicksale Volkmarser Juden.

Viele Juden versuchten, vor den zunehmenden Repressalien in die Schweiz oder nach Amerika zu flüchten, doch wollten diese Länder die Menschen nicht aufnehmen. Kurzfristige Sicherheit, zumindest für jüdische Kinder, gab es in Holland. Doch nachdem die Wehrmacht 1940 Holland besetzt hatte, entfiel auch diese Möglichkeit. „Max Rosenstein musste überleben“, führte Ernst Klein das Beispiel eines Wolfhager Gewerbetreibenden an.

Mehr in der gedruckten WLZ am Montag.  (Von Ute Germann-Gysen)

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