Henricus Pillardy kandidiert mit 21 Jahren für das Amt des Bürgermeisters

Einfach mal dagegen sein

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Der 21-jährige Henricus Pillardy fordert Bürgermeister Hartmut Linnekugel bei der Wahl am 6. März 2016 heraus.

Volkmarsen. Er ist 21 Jahre jung, studiert im ersten Semester Philosophie und Soziologie und trägt gerne Hut, auch im Café. Zu seinem ersten Pressegespräch bringt der Herausforderer von Bürgermeister Hartmut Linnekugel eine große, dicke Bibel mit. Er sei bekennender Christ und gehe regelmäßig in die Kirche, erklärt Henricus Pillardy.

Und mit einem sympathischen Lächeln erzählt er von sich, seinen 14 Punkten in der mündlichen Abiturprüfung im Fach Religion.

 Nach dem Abitur war er ein halbes Jahr in Neuseeland unterwegs. Dort hat er mit Work and Travel Farmen kennengelernt und dabei eine Menge fürs Leben gelernt. – So weit, so normal.

Aber wie kommt ein junger Mann am Beginn seiner studentischen Karrire auf die Idee, einen Verwaltungsfachmann wie Hartmut Linnekugel mit bald 18 Jahren Erfahrung im Amt des Bürgermeisters herauszufordern? – „Obwohl ich gegen Herrn Linnekugel antrete, habe ich großen Respekt vor seiner Leistung. Wer zweimal wiedergewählt wurde, hat bestimmt eine Menge richtig gemacht. Ich meine aber, dass eine Stadt wie Volkmarsen auch ein wenig Opposition vertragen kann. Warum hat es die SPD nicht geschafft, einen eigenen Kandidaten aufzustellen?“, argumentiert Pillardy ein wenig schüchtern.

 Über die Kandidatur habe er erstmals nachgedacht, als öffentlich über die Zukunft des Jugendzentrums diskutiert wurde. Auch wenn sich das Thema quasi erledigt habe, bleibe er dabei, dass Investitionen in die Jugend die besten seien. Dafür wolle er sich einsetzen, außerdem für mehr Vereins- und Kulturförderung. Und das Freibad Ehringen liegt ihm am Herzen.

Am Tage seiner offiziellen Kandidatur hat er seine alten Facebook-Einträge gelöscht und ein neues Kapitel begonnen. Per Handy ist er nicht zu erreichen, denn der junge Mann ist überzeugt, dass man auch gut ohne auskommt. In den kommenden Wochen will er viel lesen. Neben seiner philosophischen Pflichtlektüre steht nun auch die Hessische Gemeindeordnung auf seiner Leseliste.

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