Waldbegang in Herbsen: Aus Kahlschlägen und Sturmschäden „gelernt“ – 840 Hektar Volkmarser Stadtwald

Keine Hilfe für mächtige Eschen

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Den Umgang mit beständigem Wandel erläuterten Revierförster Rolf Henkel (Mitte) und Forstamtsleiter Martin Klein (6. von rechts) den Teilnehmern des Volkmarser Waldbegangs.

Volkmarsen-Herbsen. Wirtschaftlichkeit und Natur unter einem Hut? Beim Waldbegang in Herbsen gingen Politiker und Forstmitarbeiter der großen Frage auf den Grund.

Beständig ist nur der Wandel. Der Hausberg von Herbsen war einst dicht von Schwarzdornhecken und dünnem Geäst bewachsen, woher sein Name rührt. Heute ist der Gertenberg ein hochkroniger Laub-Mischwald. Dorthin führte in diesem Jahr der Volkmarser Waldbegang. Mehr als 30 Stadt- und Ortsteil-Parlamentarier, Vereinsvertreter, Forstunternehmer, das Jagdpächter-Ehepaar und Bürgermeister Hartmut Linnekugel ließen sich von Revierförster Rolf Henkel und dem Leiter des Diemelstädter Forstamts, Martin Klein, durch den Herbser Wald führen.

An drei Stationen erklärten die revierbetreuenden Fachleute von Hessen-Forst Eigenarten, ökologische Kostbarkeiten, aber auch Probleme und forstwirtschaftliches Entgegenwirken – soweit Abhilfe möglich ist. Keine Hilfe können die Forstleute den vielen mächtigen Eschen im Gertenberg anbieten. Das Eschentriebsterben greife bundesweit um sich. Der Blick in die Kronen zeigte den Teilnehmern zahlreiche abgestorbene Äste in den bis zu 40 Meter hohen Baumriesen. Japanische Holzimporte brachten per Container den Pilz nach Deutschland. Henkel hierzu: „Befallene Bäume, oft 40 bis 50 Jahre alt, sterben innerhalb von drei Jahren komplett ab. Doch wir dürfen nicht panisch reagieren.“ Das wertvolle Eschenholz ließe sich nach und nach gut vermarkten und die entstandenen Waldlücken würden bereits durch Buchen-Naturverjüngung gut ausgefüllt. (ugy)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 13. Juli.

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