Viel ehrenamtliche Unterstützung aus der Külter Bevölkerung

Praktika und Sprachkurse für Flüchtlinge

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Als Pfarr-„Garten“ war das Grundstück um das Külter Pfarrhaus nicht mehr erkennbar, bis sie kamen: Imad (links) , Khalil (blaues T-Shirt) und Yosef (Mitte). Gottfried Krol und Doris Nolte begleiteten die Arbeiten.

VOLKMARSEN-KÜLTE. Sprache, Arbeit und soziale Kontakte sind die Elemente, die für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in die aufnehmende Gesellschaft erforderlich sind, wissen die Külter Flüchtlingshelfer.

Fast 20 Bürger engagieren sich in dem kleinen Ort ehrenamtlich dafür, dass „wir es schaffen“ und damit die Eingliederung der Neubürger in unsere Heimat zu aller Zufriedenheit gelingt. So trafen sich die Helfer zu ihrer Besprechung im Dorfgemeinschaftshaus.

Vermieter als Betreuer

 In Külte leben derzeit 24 Flüchtlinge in privaten Miet-Wohnungen, darunter Familien mit Kindern, junge Paare und vier junge Männer in einer Wohngemeinschaft. Fast alle Vermieter gehören dem Kreis der Flüchtlingshelfer an, kennen die Sorgen und Nöte ihrer neuen Bewohner und sind mit Behörden und Gesetzen inzwischen gut vertraut.

 Sie wissen genau, welche Integrations-, Alphabetisierungs- oder Sprachkurse angeordnet sind und mahnen die jungen Männer auch schon mal zum Aufsparen der Gebühr an, die am Monatsende für die Pässe noch fällig wird.

Deutschkurse

Lehrerinnen im Ruhestand haben ehrenamtlich kostenlose Deutschkurse auf die Beine gestellt. Die Helfer begleiten zu Arzt- und Behördenbesuchen, unterstützen die Anschaffung von Sehhilfen für die Kinder und beraten beim Fahrkartenkauf. Andere helfen und vermitteln, wenn zuweilen der Amtsschimmel reitet und automatisierte Abläufe undurchführbare Anforderungen an ihre Schützlinge stellen.

 Doch auch die Sachbearbeiter beim Arbeits- und Sozialamt werden durch die Folgen des unerwartet hohen Zustroms geflüchteter Menschen auf harte Proben gestellt.

Flüchtlinge verstärken Chor

Aber es waren ebenso positive Meldungen bei der Sitzung zu hören. Flüchtlinge singen im Chor mit, nutzen die Angebote des Sportvereins und die Frauen treffen sich zu gemeinsamen Handarbeiten.

Aus einer Flüchtlingsfamilie konnte jetzt das dritte Kind am Gymnasium in Bad Arolsen aufgenommen werden. Die Volkmarser Grundschule „Villa R“ hat eigens Sprach-Intensivkurse für Kinder eingerichtet, berichtet Schulleiterin Sandra Gerlach.

Dort kamen letzte Woche noch drei neue Flüchtlingskinder hinzu, so dass jetzt 14 Flüchtlingskinder die Grundschule besuchen. (ugy)

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