Herrenloses Zwergschweinchen wartet auf seinen Besitzer

So eine anhängliche Schweinerei

Ein Zwerg- oder Hängebauchschweinchen stand morgens auf dem Alpakahof in Ober-Werbe – vom Besitzer fehlt jede Spur. Max Middelkoop hat das stubenreine Borstenvieh „Rübe“ genannt.Foto: Höhne

Waldeck-Oberwerbe - Der Alpaka-Hof der Familie Middelkoop hat völlig unerwartet Zuwachs bekommen. Ein Zwergschwein steht plötzlich auf dem Hof - vom Besitzer fehlt jede Spur. Die kleine Wutz ist anhänglich und fühlt sich im Familienkreis sauwohl. Das stinkt den anderen vierbeinigen Hausgenossen gehörig. Die Ober-Werber suchen dringend nach dem Halter oder einen Tierpaten, der dem gefleckten Borstentier Asyl gewährt.

Am Dienstagmorgen traut Rita Middelkoop ihren Augen kaum. Ein dunkles Ferkel läuft munter auf ihrem Hof herum. Es muss aus einem Stall im Dorf entwischt sein, glaubt sie zunächst. Vielleicht hat ein aufmerksamer Passant das Tier auf der Straße gesehen und in den Hof gesperrt, um Unheil zu vermeiden. Ihre Nachfragen ergeben: Im ganzen Dorf wird kein Schwein vermisst.

„Nachts wollte er ins Bett“

Vielleicht kam der gefleckte Vierbeiner auch auf anderen Wegen nach Ober-Werbe oder wurde gar ausgesetzt, weil die Besitzer seiner überdrüssig waren. Auf einen Hof mit Alpakas, Eseln, Hunden, Katzen und Hühnern passt sicher auch noch ein Schwein. „Wenn es sich im Stall halten ließe, wär das auch kein Problem“, sagt Rita Middelkoop. Aber der Neuankömmling war offenbar Besseres gewohnt. „Er hat so lange gequiekt, bis wir ihn ins Haus gelassen haben.“ Da kuschelt er sich in Decken und ist seelig. - Schwein gehabt!

Schnell hat sich die Mini-Wutz Familienanschluss erobert und tippelt munter mit. „Der Kleine ist wie ein Schatten“, stöhnt Rita Middelkoop. Das Tier - möglicherweise ein Hängebauchschwein- ist stubenrein und kann Treppen steigen. „Nachts wollte es sogar in mein Bett“, schmunzelt die Ober-Werberin.

Die hartnäckige Präsenz des kleinen Grunzers gefällt den anderen Haustieren ganz und gar nicht. Die Katze nimmt vor dem Rivalen Reißaus, und die Hunde wollen ihre Körbchen partout nicht mit einem Schwein teilen. „Schade“, sagt Max Middelkoop, Sohn der Alpaka-Halterin. Der 13-Jährige hätte den neuen Spielgefährten gern behalten. Er hat ihn bereits liebevoll „Rübe“ getauft. Die Middelkoops suchen fieberhaft nach dem Besitzer des etwa drei Monate alten Tiers. Polizei, Tierheime und Tierärzte wurden angerufen. „Nirgends wird ein Schwein vermisst“, erfuhr Rita Middelkoop. Ihre Nachfrage wurde amüsiert aufgenommen. „So einen Fall hat es offenbar noch nicht gegeben.“

Familie Middelkoop bittet um Mithilfe bei der Suche nach dem Besitzer. Wer das Hausschwein aufnehmen kann, meldet sich per E-Mail an rita@alpakahof-am-edersee.de.

Von Conny Höhne

Kommentare