Aufbauarbeiten an der alten Dorfstelle von Berich gehen weiter

Auf GPS-Suche nach Mauern

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Bei niedrigem Wasserstand werden die Arbeiten an der Dorfstelle Berich fortgesetzt.Foto: pr

Waldeck-West - Nach einem Jahr Pause hat der Förderverein zum Erhalt der Dorfstelle Berich die Arbeiten an den Mauerresten der verfallenen Häuser wieder aufgenommen. Im Jubiläumsjahr 2014 waren aufgrund des hohen Wasserstandes keine Aktivitäten auf dem Plateau des ehemaligen Dorfes Berich möglich.

Die Trockenheit 2015 hat dazu beigetragen, dass der Edersee in diesem Jahr schon sehr früh die alte Dorfstelle wieder freigegeben hat. Unzählige Touristen nutzten bereits in den letzten Wochen die Gelegenheit, um das „Edersee-Atlantis“ an der Aseler Brücke und in Berich zu erkunden. Daher haben Mitglieder des Vereins bereits begonnen, weitere Fundamente freizulegen.

Der ehemalige Hof der Familie Knüppel ist komplett mit drei Wirtschaftsgebäuden wieder sehr gut am Grund des Edersees zu erkennen. Die Arbeiten wurden von staunenden Touristen begleitet und sogar mit einer spontanen Geldspende unterstützt.

Steintafel von Urenkel aus Schweden

Das Wohnhaus des Hofes Knüppel war bereits 2013 nahezu komplett in einer ehrenamtlichen Hilfsaktion von Auszubildenden der Kreishandwerkerschaft rund 50 Zentimeter hoch innerhalb einer knappen Woche aufgemauert worden, bis der steigende Wasserspiegel das Arbeiten unmöglich machte. In diesem Jahr soll mit den Wirtschaftsgebäuden begonnen werden. Die Region Kellerwald-Edersee fördert das aus dem europäischen Leader-Programm nach einem gemeinsamen Antrag von Stadt Waldeck und Förderverein. Noch im September soll mit einer Baufirma begonnen werden, auf den ausgehobenen Fundamenten die Grundmauern weiter aufzurichten.

Parallel zu den Ausschachtungsarbeiten suchten Vereinsmitglieder nach den Überresten eines weiteren Hauses, dem der Familie Germeroth. Es ist das westlichste Gebäude an der Dorfstelle und liegt nach den Aufzeichnungen relativ hoch am Hang. Rudolph Germeroth, ein Urenkel des damaligen Maurers Friedrich Germeroth, lebt heute in Schweden. Er hatte von den Aktivitäten des Fördervereins erfahren und sich spontan entschlossen, eine Steintafel aus schwedischem Diabas mit den Familiendaten des Urgroßvaters herzustellen. Diese soll später einmal in die freigelegten Mauern eingearbeitet werden.

Unterstützer willkommen

Die Suche am Hang unter dem Geröll der später errichteten Straße samt Stützmauer gestaltete sich schwierig. Doch mithilfe modernster Vermessungstechnik mittels GPS-Daten gelang es Walter Voigt, die seeseitigen Mauerreste unter dem Geröll und im Dickicht des Uferrandstreifenbewuchses ausfindig zu machen. Vielleicht kann in den nächsten Wochen auch dieses Haus, zumindest teilweise, freigelegt werden.

Der Verein braucht für seine auf mehrere Jahrzehnte ausgerichtete Arbeit weiterhin Mitglieder, die seine Aktivitäten unterstützen. Die Vielzahl an interessierten Menschen im Herbst 2013 und in den vergangenen Wochen zeige, dass die historische Rekonstruktion der seit über 100 Jahren versunkenen Dorfstelle auch für die Tourismuswirtschaft in der Edersee-Region ein Gewinn ist.

Ausführliche Informationen zum Förderverein stehen im Internet unter www.dorfstelle-berich.de. Kontakt: Ortsvorsteher Uwe Neuschäfer, Tel. 0151/20326543; E-Mail: info@dorfstelle-berich.de. (r)

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