Bus voller Opfer fällt auf betrügerisch verfasste Einladung herein und strandet auf der A7

Nepper, Schlepper, Bauernfänger treiben Schindluder mit der Marke "Ferienregion Edersee"

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An den Edersee zu einer vermeintlichen Gratis-Schifffahrt sollte eine Bustour mit Ausgangspunkt Homberg führen, doch statt dessen strandeten die Gäste auf der A7 Richtung Obersuhl, nachdem ihr klappriges Fahrzeug mit einer Motorpanne ausfiel.

Edersee. „Die Erlebnisregion Edersee sagt Danke“: Unter dieser falschen Flagge und mit der Aussicht auf einen vollen Sack „toller Gratisangebote“ gelang es einem Bauernfänger, seinen klapprigen Bus im Schwalm-Eder-Kreis mit einer Schar leichtgläubiger Opfer zu füllen. Deren Ausflug begann in Homberg, führte aber nicht, wie im zweiseitigen Einladungsschreiben versprochen, an die Ufer des Edersees zu einer Gratis-Schifffahrt.

Statt dessen versagte der Antrieb des Fahrzeuges an einer Steigung mitten auf der A 7 – auf dem Weg nach Obersuhl, wie der Fahrer angab, kurz bevor Qualm aus dem Motorraum aufstieg. „Der Bus hat gerumpelt wie ein Skateboard“ beschreibt ein Tourteilnehmer die Lage.

Nach der Panne habe der Fahrer erst auf lautstarke Proteste der Gäste hin die Türen geöffnet und die Leute auf den Stand- und Grünstreifen aussteigen lassen. Die Polizei zog den schrottreifen Bus aus dem Verkehr. Unter der Mobil-Nummer, unter der sich die Fahrtteilnehmer angemeldet hatten, ist seit zwei Tagen niemand mehr zu erreichen. So fehlt es an Stellungnahmen des Initiators oder der Initiatoren der Fahrt zu den Vorgängen auf der Autobahn und zu den Hintergründen.

„Die Region Edersee lädt Sie kostenlos ein“, hieß es unter anderem in dem Schreiben, und diese Formulierungen bringen die Verantwortlichen der von nichts ahnenden „Gastgeberin“ auf die Palme. „Es geht überhaupt nicht, dass unser Markenname missbraucht wird,“ ärgert sich Reckhard Pfeil, Geschäftsführer der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Erlebnisregion Edersee. Das ist ein Zusammenschluss der Kommunen Bad Wildungen, Bad Zwesten, Borken, Edertal, Frankenau, Fritzlar, Lichtenfels und Vöhl. Möglicherweise befasse sich daher bald ein Gericht mit dem Ereignis, meint Pfeil.

Mehr in der WLZ vom 04.06.2016

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