Wenn Orgel schweigt, sorgen Seelsorger oft selbst für Musik

Waldecker Pfarrer mit Gitarre vor dem Altar

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Wenn kein Organist da ist: Pfarrer Til Follmann im evangelischen Kirchspiel Waldeck greift dann im Gottesdienst selbst zur Gitarre und begleitet den Gemeindegesang.

Waldeck. „In vielen Gemeinden verschwinden die Chöre. Gibt es noch Hoffnung für die Kirchenmusik?“

Das fragte kürzlich eine große deutsche Tageszeitung. Auch der evangelische Kirchenkreis Eder hat das Problem, dass „Kirchenchöre gemeinsam alt werden und aufgeben“, wie Dekanin Petra Hegmann in Frankenberg bedauert. Es gibt auch vermehrt Gottesdienste, in denen die Orgel schweigt, weil Organisten fehlen.

Mit einer Offensive an Angeboten wirbt der Kirchenkreis Eder mit Ideen und Nachwuchsförderung für Musik als Form der Verkündigung. Dabei setzen Pfarrerinnen und Pfarrer nicht selten ihre eigene Begabung ein, indem sie in Chören mitsingen, oder wie Dekanin Hegmann, selbst im Posaunenchor mitwirken.

Im evangelischen Kirchspiel Waldeck greift zum Beispiel Pfarrer Till Anders Follmann im Gottesdienst selbst zur Gitarre, wenn am Samstagabend ein Organist aus der sich im Edertal selbst organisierenden Musikerrunde absagen musste. Dann ersetzt sein Gitarrensolo das Orgelvorspiel, die Gemeinde singt mit ihm zum Saitenklang. (zvk)

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