Abgewiesenem Gast das Jochbein gebrochen: Bewährungsstrafe für Türsteher eines Willinger Lokals

Mit voller Wucht ins Gesicht getreten

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Korbach/Willingen. Eintritt verwehrt, zu Boden geschlagen, ins Gesicht getreten: Wegen brutalen Vorgehens gegen einen abgewiesenen Gast ist ein Türsteher eines Willinger Lokals vor dem Korbacher Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden.

Für Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling stand fest, dass der 35-jährige Briloner statt für Ordnung zu sorgen „ausgerastet“ sei und einem 32-jährigen Schmallenberger das linke Jochbein gebrochen habe: Am 22. August vergangen Jahres wollte dieser nach dem Schlagerfestival „Viva Willingen“ mit einem Freund das Lokal besuchen, der Türsteher verwehrte den alkoholisieren Männern wegen mit Erde und Gras verschmutzter Kleidung den Einlass. Der Schmallenberger, der mehr als eine halbe Stunde in der Schlange gewartet hatte, wollte sich dies nicht bieten lassen und diskutierte mit ihm. 

„Der Türsteher hat nicht ein böses Wort gesagt, ist nicht laut geworden – und hat mir dann aus heiterem Himmel eine Kopfnuss verpasst“, berichte der Geschädigte. Er ging zu Boden, worauf der Türsteher ihm nach Aussagen der beiden Freunde und einer unbeteiligten Zeugin mit voller Wucht ins Gesicht trat. Er verlor kurz das Bewusstsein, sein Freund half ihm weg und alarmierte die Polizei.

Der Türsteher bestritt die Vorwürfe abgesehen vom Schlag – und auch der habe Gründe gehabt: Die beiden Männer seien aggressiv gewesen, der Schmallenberger habe ihn mit den Worten „Du wirst noch sehen, was du davon hast. Ich bin Boxer“ bedroht. Als er eine überraschende „Bewegung in Richtung Gesicht“ gesehen habe, habe er zugeschlagen. Angesichts der Drohung habe er „gegenhalten“ müssen, befand sein Verteidiger und sprach von Notwehr.

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