Einheimischer Jöli tritt zum Auftakt von „Viva Willingen“ auf

Haare auf und Stimmung machen

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Jöli trifft daheim sein bislang größtes Publikum.Foto: pr

Willingen - Julian Feldmann ist 23 Jahre alt, stammt aus dem Weltcuport - und ist dem Partyschlager verfallen. Am Wochenende steht er vor bis zu 10000 Gästen auf der Bühne.

Am Samstag schließt sich der Kreis: Jöli, bürgerlich Julian Feldmann, steht bei „Viva Willingen“ auf der Bühne. „Bei der ersten Auflage davon hab ich den ‚Hype‘ in der Menge gespürt“, erinnert er sich an die gespannte Aufregung im Publikum. Da stand für ihn endgültig fest, dass er Schlagersänger werden möchte. Den Wunsch zuerst geweckt hatte ein Auftritt seines Kollegen „Der Benniii“. Das Aufwachsen in Willingen habe Grundlagen geschaffen: „Wer am Wochenende hier war, sieht auf jeden Fall Parallelen zum Ballermann“, findet er.

In Ballermann-Top-Ten

Er machte sich daran, Texte zu schreiben und im Keller erste Stücke aufzunehmen. Im Mai 2014 nahm er seinen ersten professionellen Song auf, ein Cover von Tony Marshalls „Schöne Maid“. Mittlerweile seien die „Jöli-Haare“, die er sich als Markenzeichen auserkoren hat, ein echtes Erkennungsmerkmal: Trage er sie, würde ihn jeder erkennen. Auch handfeste Erfolge hat er vorzuzeigen: sein jüngstes Stück „Sommer, Sonne, Party“ liegt in den „Ballermanncharts“ auf Platz zehn. Die Hitliste bestimmen DJs und Szenekenner.

Im Juni stand Jöli beim Festival „Seepark 6“ im württembergischen Pfullendorf vor knapp 6000 Menschen auf der Bühne. Am bedeutendsten ist für ihn die Teilnahme bei der Polonaise im „Bierkönig“ auf Mallorca vor knapp 100 Zuschauern. Da sich die Mitglieder der Partyschlager-Szene irgendwann an eines der großen Etablissements auf Mallorca binden, war dies ein wichtiger Augenblick für ihn, auch wenn damit noch nichts festgelegt ist.

Partyschlager als Ballermannmusik zu bezeichnen, findet Jöli legitim: Die Menschen wollten feiern, die Musik helfe dabei. In seinen Texten geht es denn auch häufig um Alkohol, wie er unumwunden sagt. Kern der Sache sei indes, Stimmung zu machen wie Peter Wackel, Mickie Krause oder Ikke Hüftgold: „Ich muss das Publikum mitnehmen. Die würden merken, wenn ich nicht lebe und liebe, was ich tue.“

Jöli will nach oben

Noch ist Julian Feldmann nur Jöli im Nebenerwerb, er arbeitet als Sport- und Fitnesskaufmann. Nebenher nimmt er noch an regionalen Wettkämpfen im Skispringen teil. Nach dem Abitur hatte er sich trotz vielversprechender Resultate dagegen entschieden, sich professionell dem Wintersport zu widmen.

Seine Schlagerkarriere will er derweil vorantreiben. Am wichtigsten sei die Suche nach einem großen Hit. Auch das Fernsehen könne helfen: „Leute im Aufschwung können durchaus von Sendungen wie dem Dschungelcamp profitieren“, sagt er, während Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ ihre Teilnehmer zu willkürlich darstellen würden. Dass er schon eine gewisse Präsenz erlangt hat, freut ihn, aber er will weiter nach oben: „Ich will regelmäßig auftreten und viel unterwegs sein.“

Von Wilhelm Figge

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