Runderneuerte Anlage stößt auch auf Kritik – Gemeinde offen für Nacharbeiten

Stein des Anstoßes an der Diemelquelle

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Viele Jahre lang hat Ludwig Eierding an der Diemelquelle Menschen „getauft“ – am neuen Areal sei das nicht mehr möglich.

Willingen-Usseln. „Es ist einfach nicht mehr, was es mal war“, sagt Ludwig Eierding, während er seinen Blick über die runderneuerte Diemelquelle schweifen lässt. Mit der Neugestaltung  verschwand der Platz für eine Tradition, die ihm am Herzen liegt: symbolische Taufen mit Diemelwasser.

Jahrzehntelang habe er Gäste bei Kutschfahrten auf den Quellstein gesetzt: Dort bekamen sie einen Schluck Diemelwasser auf den Kopf und nicht immer ernst gemeinte Segenswünsche mit auf den Weg. Gut 100 Besucher im Jahr hätten mitgemacht, prominentester Täufling sei Willy Brandt gewesen. Das stehende Wasser in der neuen Quelle sei für Taufen nicht sauber genug, findet Eierding.

Auch sonst ist er mit der Umgestaltung unglücklich: Der Weg zur Quelle sei für ältere Gäste zu steil, das Tretbecken bekomme zu wenig Wasser und habe schon trocken gelegen, der viele Kies erinnere ihn an eine „Mondlandschaft“.

„Die Taufen haben wir ehrlich gesagt nicht bedacht“, erklärt Bürgermeister Thomas Trachte – es habe aber auch niemand auf sie aufmerksam gemacht. „Unser Ziel war es, mit wenig Mitteln eine schöne Kuranlage zu gestalten“, sagt er.

Probleme mit dem Zufluss im Tretbecken seien ihm nicht bekannt, erklärt Trachte – wenn sie auftreten, sei es am besten, die Gemeinde zu informieren. Andere Punkte Eierdings streitet er ab: Das Wasser im Becken sei klar; der Kies auf dem Pfad biete mehr Trittsicherheit als zuvor. Ein Handlauf sei aber noch denkbar. Für Änderungsvorschläge sei die Gemeinde offen.

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