Vom Klinik-Verwaltungsleiter zum Hoteldirektor

Volker Slowek seit 40 Jahren im Upland

Willingen - Er war Deutschlands jüngster Verwaltungsleiter. Als Volker Slowek 1975 die Stelle antrat, wollte er maximal fünf Jahre in Willingen bleiben und sich dann nach einer anderen Herausforderung umsehen. Ein Glück für das Kurhotel Hochsauerland 2010 und für das Upland, dass es anders kam..

Vier Jahrzehnte sind ins Land gegangen - eine lange Zeit, in der er das Unternehmen geprägt hat; in der er vor allen Dingen gemeinsam mit seinen ebenfalls hoch motivierten Mitarbeitern das einstige Sanatorium erfolgreich zu einem der führenden Hotels im Landkreis Waldeck-Frankenberg umstrukturiert hat. „In diesem Haus steckt eine ganze Menge Herzblut von uns allen.“

Volker Slowek stammt aus Rengshausen, einem Dorf in der Nähe von Homberg/Efze. Schon als kleiner Junge fand er es spannend und aufregend, wenn die Familie am Wochenende Besuch bekam. „Die Tische wurden nett eingedeckt, Bestecke mussten richtig liegen, ein frischer Strauß Blumen kam in die Vase“, erinnert er sich. Als er zehn war, gehörte es zu seinen Aufgaben, die Gäste mit Getränken zu versorgen. Der sonst oft strenge Ton des Vaters war an diesen Tagen wie weggeblasen. „Die Gäste fühlten sich wohl und ich durfte dazu beitragen.“

Sein Beruf war und ist Berufung für Volker Slowek. Er absolvierte in Kassel die Ausbildung zum Hotelkaufmann. Sein beruflicher Weg führte ihn in ein Hotel an die Schwarzwaldhochstraße. „Ich war bis in die Haarspitzen motiviert, Karriere zu machen.“

Er hat Karriere gemacht. Und die Motivation, den Gästen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, ist bis heute geblieben. Als wichtige Stationen nennt er seinen Dienst in den Sanatorien Dr. Kienle in Bad Wildungen und die Arbeit als stellvertretender Verwaltungsleiter im Westend-Sanatorium. Am 1. September 1975 hatte er seinen ersten Arbeitstag in der „Sanatorium Sonnenberg Wilhelm Koch KG“. Die verantwortungsvolle Arbeit als Verwaltungsleiter füllte Volker Slowek voll aus, so dass nach fünf Jahren keine Rede mehr davon war, das Upland zu verlassen. Doch sie war nicht nur von Sonnenschein begleitet. „Als im August 1996 das Kündigungsschreiben von der BfA kam, stürzte eine Welt für mich zusammen.“ Er musste 186 Mitarbeiter entlassen. „Es war die traurigste Zeit in meinem beruflichen Leben. Ich habe den Glauben an das Haus aber nie verloren.“

Volker Slowek entwarf Konzepte für einen Neubeginn, führte Gespräche, leistete Überzeugungsarbeit, stieß allerdings mit der Idee, die ehemalige Klinik in ein Hotel umzuwandeln, auf große Skepsis. Werner Wilhelm Wicker und Gräfin von Brühl übernahmen die Firma. „Wir haben immer wieder die Seriosität unseres Konzepts angepriesen“ - und es letztendlich erfolgreich umgesetzt. Seine Weggefährten schätzen Hoteldirektor Volker Sloweks besonderes Geschick im Umgang mit Gästen und Mitarbeitern; die offensichtliche Freude und Zielstrebigkeit, mit der er seine Aufgaben wahrnimmt; sein hohes Verantwortungsbewusstsein; sein herausragendes Engagement, sei es im Kurhotel oder auch jahrelang ehrenamtlich im Vorstand des früheren Willinger Kur- und Verkehrsvereins; seinen unermüdlichen Einsatz für einen qualitativ hochwertigen Tourismus; seine Kontaktfreudigkeit und seinen Humor.

Stichwort: Kurhotel Hochsauerland 2010

Das im Juli 1998 eröffnete Kurhotel Hochsauerland 2010 verfügt über 284 Betten. Es werden jährlich rund 150?000 Übernachtungen erzielt; die Auslastung liegt bei mehr als 55 Prozent. Der Anteil der Stammgäste ist überdurchschnittlich hoch. Das Haus beschäftigt derzeit 84 Mitarbeiter; 13 von ihnen haben bereits in der „Klinikzeit“ hier gearbeitet. Es ist im Lauf der Jahre gelungen, im früheren Sanatorium eine angenehme Hotelatmosphäre zu schaffen. Das Unternehmen hat mehr als elf Millionen Euro in die Umstrukturierung investiert. Vor einem Jahr wurde das spanische Restaurant „Bodega 2010“ eröffnet. Im Moment werden die Zimmer und Nasszellen neu gestaltet und den Wünschen der Gäste angepasst. Ab 2016 werden die Angebote noch stärker auf den gesundheitsorientierten Gast ausgerichtet. Mit Blick auf die Aktivurlauber, die während ihres Urlaubs genießen wollen, aber gleichzeitig etwas für ihre Fitness und körperliche Belastbarkeit tun möchten, wurden ein Sportlehrer, eine Fitness-Ökonomin und eine Diätassistentin neu ins Team geholt.

Von Ulrike Schiefner

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