Stars wie Howard Carpendale, Jürgen Drews, Andi Borg oder Beatrice Egli zu Gast

Willinger Festival „Schlagerstern“ begeistert rund zehntausend Fans

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Jürgen Drews trat inWillingen mit Banjo auf – wie zu Beginn seiner schillernden Karriere. Er hatte sein Publikum komplett im Griff.

Willingen. Rund zehntausend Fans feierten am Samstag bei idealem Wetter sich und zahlreiche Stars beim Festival „Schlagerstern“. Am Ende gab Schlagerikone Howard Carpendale seinen bejubelten Einstand am Ettelsberg.

 Der strahlend blaue Himmel weckte auch das sonnige Gemüt der Interpreten, die zwischen den Songs zahlreiche komödiantische Einlagen boten oder mit Anekdoten aus dem „Schmuckkästchen“ ihrer Karriere und mit Erinnerungen an frühere Auftritte in Willingen zusätzliche heitere Noten setzten.

Willinger Festival „Schlagerstern“ begeistert rund zehntausend Fans

Claudia Jung erinnerte sich vor ihrer "musikalischen Reise" durch die Achtziger an Dauerwelle bis zum „Gehtnichtmehr und dicken Schulterpolster“, bevor sie „Unter die Haut“ anstimmte. Mit „Ce soir, je t‘aime“ setzte die musikalisch überaus vielseitig aufgestellte Sängerin eine ruhige Komposition an den Beginn ihrer Show, bevor sie mit der Up-Tempo-Nummer „Alles, was du willst“ und „Alles, was ich brauche, bist du“ vom jüngsten Album „Seitensprünge“ deutlich auf die musikalische Beschleunigungsspur einbog.

 Das Banjo als Symbol seines Karrierestarts vor mehr als 50 Jahren hatte sich Jürgen Drews umgehängt, der mit einer bunten Flowerpower-Jacke und dem Refrain „Von null auf 100 in nur drei Sekunden“ als Mitsinghilfe für den nächsten Hit die Bühne betrat. Der "König von Mallorca" bot eine gelungene Mischung aus neuen Songs und aufgefrischten Klassikern wie „Ein Bett im Kornfeld“ mit Rapeinlage und hatte sein Publikum komplett im Griff. „Heut‘ schlafen wir im Cabrio“ mit der Aufforderung „Komm wir fahren einfach weg, nur die Sterne als Verdeck“ erwies sich als Update des Evergreens.

Eine musikalische Reise durch die Pop- und Schlagergeschichte veranstaltete Ross Anthony, der in Lederhosen an den Ettelsberg gekommen war und erst mit „Rote Lippen soll man küssen“ und „Sie liebt dich“ von Cliff Richards und den "Beatles" zwei Pop-Ikonen von der Insel huldigte - sie haben ihre Hits auch auf Deutsch eingesungen. Mit „I am very british“ nahm Anthony seine alltäglichen Gewohnheiten samt der davon ausgehenden Gefährdung des deutschen Straßenverkehrs auf die Schippe. Mit der Ballade „Bewundernswert“ bot der Schlagerstar und Moderator ein eindrucksvolles Finale seines abwechslungsreichen Sets.

Freunde eher homogener Klänge im sonnig-mediterranen Sound kamen beim neuerdings von Dieter Bohlen produzierten Duo Fantasy auf ihre Kosten. Von der Einladung zur „einen Nacht im Paradies“ zur „Insel in den Wolken“ bis zur Reise im „Weißen Boot“ reichte die Gute-Laune-Musik von Freddy und Martin, die einander zwischen den Songs mächtig aufzogen.

Andi Borg hatte seinen vorigen "Schlagerstern"-Auftritt vom Mai 2013 und das heftige Regenwetter noch gut in Erinnerung und freute sich darüber, wieder im Upland zu sein Er nahm sich als „Dinosaurier aus der Vinylschallplattenzeit“ ein wenig auf die Schippe und bot neben den Hits der frühen Zeit auch einige Livepremieren wie „Santa Maria“. Denn seitdem der charmante Österreicher nicht mehr als Gastgeber im "Musikantenstadl" gefragt ist, hat er wieder mehr Zeit zum komponieren.

Beatrice Egli war als frisch gebackene DSDS-Gewinnerin vor drei Jahren zum ersten Mal in Willingen, seitdem kommt sie immer mal wieder. Sie präsentierte am Samstag die Hits aus ihrem neuen Album "Kick im Augenblick" und zeigte den Fans, wie gut sie sich seitdem weiter entwickelt hat. Mit „Ich sterb‘ für dich“ und „Wachgeküsst“ brachte die junge Sängerin auch Schlagerfreunde auf „Wolke 7“, die schon Fans von Howard Carpendale gewesen waren, als sie noch gar nicht auf der Welt war.

Der „Headliner“ kam zum Schluss: Schlagerlegende Howard Carpendale. „Er ist ein absoluter Hochkaräter. Und deshalb sind die Zuschauer auch bis zuletzt geblieben und haben jedes Lied genossen“, kommentierte Veranstalter Horst Schröder.

Sein Fazit: „Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, was die Auftritte der Künstler und die durchweg gut Stimmung im Publikum betrifft.“ Wenn alle Zahlen vorlägen, werde er sehen, ob und in welchem Umfang die nächste „Schlagerstern“-Auflage folgen könne. Denn früher habe der Radio-Sender WDR 4 die Gagen übernommen, "diesmal haben wir das volle unternehmerische Risiko getragen." (Armin Hennig)

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