Caterina Valente wird 80: Vom Artistenkind zum Showstar

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Caterina Valente feiert 80. Geburtstag.

Berlin - Vom Rummel um ihre Person und dem Rampenlicht hat Caterina Valente inzwischen genug. Jahrzehntelang war das für sie der Alltag: Am Freitag feiert der internationale Showstar 80. Geburtstag.

Aus dem Artistenkind, das bereits mit fünf Jahren seinen ersten Auftritt auf der Bühne absolvierte, wurde ein internationaler Showstar - eine umschwärmte Schlagersängerin und renommierte Jazzinterpretin. 1.500 Lieder in 13 Sprachen hat Valente veröffentlicht. Nach mehr als 60-jähriger Karriere genießt die Entertainerin heute ihre Ruhe und lebt zurückgezogen in ihrer Wahlheimat Schweiz. Bei ihren Fans meldete sie sich im November aber auf ihrer Internetseite zu Wort. “Ich erfreue mich bester körperlicher und geistiger Gesundheit“, berichtete Valente. Am Freitag (14. Januar) wird sie 80 Jahre alt. Feiern will sie dies “auf jeden Fall“ - aber “ganz privat!“.

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“Es ist ja bekannt, dass ich mich seit meinem 70. Geburtstag nicht mehr wirklich für Valente-Geburtstags- oder Jubiläumsshows begeistern kann“, betonte sie vor wenigen Wochen. “Viel zu viele“ solcher Hommagen und Biografien seien im Lauf der Jahre schon produziert worden, “Tausende“ Interviews habe sie gegeben. “Obwohl mir die ganze Aufmerksamkeit schmeichelt, muss ich gestehen, dass mir ein klein wenig unwohl dabei ist“, erklärte Valente. Sie genießt die “einfachen Dingen im Leben“ - Zeit mit ihrer Familie und Freunden und reisen. 

Große Disziplin schon als Kind

Das künstlerische Talent liegt Valente im Blut. Am 14. Januar 1931 in Paris geboren, wuchs sie mit ihren drei Geschwistern in einer italienisch-spanischen Künstlerfamilie auf. Ihr Vater trat als Akkordeon-Virtuose in Varietés auf. Ihre Mutter Maria zählte zu den besten weiblichen Musical-Clowns der Welt und war für sie stets ein Vorbild: Sie sei “das Nonplusultra einer Entertainerin“ gewesen, sagte Valente 2003 im Interview mit dem “Süddeutsche Zeitung Magazin“.

Auch die große Disziplin hat sie von ihrer Mutter. Schon als sie in ihrer Kindheit von Auftritt zu Auftritt quer durch Europa gereist seien, habe sie mit ihrem Bruder Silvio “irrsinnig viel geprobt“. “Meine Mutter hat das unterstützt, aber sie war sehr streng“, erinnerte sie sich. “Sie hat immer gesagt, ihr seid schlecht, es ist nichts Besonderes, was ihr macht.“

Mit fünf Jahren hatte die kleine Caterina im Stuttgarter Friedrichsbau ihren ersten Gesangsauftritt. 1943 verlor ihre Familie während eines Gastspiels in Berlin ihre gesamte Habe bei einem Bombenangriff. Ein Jahr später wurden alle deutschen Varietébühnen wegen des Krieges geschlossen. Valente schlug sich zeitweise als Hilfskraft in einem Essener Hotel durch.

Ihr Aufstieg zum Star begann in den 50er Jahren. Sie zählte zu den größten Nachkriegsstars und brachte die Deutschen mit Hits wie “Ganz Paris träumt von der Liebe“, “Fiesta Cubana“ oder “Tschau, Tschau Bambina“ zum Schwelgen. 1952 heiratete Valente den deutschen Jongleur Eric van Aro, der auch ihr Manager wurde. Ihr erster großer internationaler Hit wurde der Schlager “Malaguena“, den sie Tausende Male sang.

Zur Musik kamen bald auch Erfolge in Film und Fernsehen. 1957 startete das SWF-Fernsehen Valentes beliebte Musikshow “Bonsoir, Kathrin“, die sich zur Serie entwickelte. In Spielfilmen wie “Liebe, Tanz und 1000 Schlager“, “Das einfache Mädchen“ oder “Casino de Paris“ stellte die Künstlerin immer wieder ihre große Vielseitigkeit singend und tanzend unter Beweis - und begeisterte ihr Publikum mit ihrer positiven Ausstrahlung. Viel leichter wirkte das, als es tatsächlich war. “Da es nicht meine Sprache ist, waren das Moderieren und das Schauspielern in Deutsch nicht wirklich einfach“, verriet Valente 2009 der Schweizer Wochenzeitschrift “Weltwoche“. Oft trat an ihrer Seite auch ihr geliebter Bruder Silvio Francesco auf, der im Jahr 2000 verstarb. 

Rückzug aus dem Showgeschäft nicht bereut

Ab den 60er Jahren widmete sich Valente ganz ihrer internationalen Karriere. In den USA arbeitete sie mit Stars wie Dean Martin, Bing Crosby oder Johnny Carson zusammen. 1965 erhielt sie als erste Nicht-Amerikanerin den “Fame Award“ als beste weibliche Sängerin im US-Fernsehen. Neben der Bundesrepublik und den USA wurden Fernsehshows mit ihr in den Niederlanden, in Italien, in der Schweiz und in Österreich produziert. Auch in Japan trat sie regelmäßig auf. Sie sang Jazz und Bossa Nova und stellte sich auf ihr jeweiliges Publikum ein: “Ich hatte zwar überall die gleiche Stimme, aber ich war eine andere Entertainerin“, sagte sie 2003.

Vor knapp zehn Jahren zog sich die vielfach ausgezeichnete Künstlerin ins Privatleben zurück. “Ich hatte das Gefühl, genug gearbeitet zu haben: 64 Jahre nonstop“, sagte sie 2006 der “Bunten“. Kurz zuvor war die Mutter zweier Söhne, die in zweiter geschiedener Ehe mit dem Komponisten Roy Budd verheiratet war, für ihre große Karriere mit dem Ehren-Bambi ausgezeichnet worden. Nach der Bühne sehnt sie sich nicht zurück. Es gehe ihr ohne Auftritte “fantastisch“, betonte sie 2009.

dapd

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