Jugendschützer kritisieren Musiksender

+
Auch ein Format mit Hugh Hefner steht in der Kritik

München - Musikclips stehen für die Sender MTV und Viva nicht mehr im Vordergrund, stattdessen gibt es Sendungen, die Jugendliche zum Teil überfordern. Das kritisieren Jugendschützer.

Die Herausgeber des Elternratgebers “flimmo“ kritisieren die privaten Musiksender Viva und MTV. Die Programmanbieter hätten ihre Musikclips in die Randzonen verdrängt und strahlten zur Hauptsendezeit Formate aus, mit denen die heranwachsenden Zuschauer zum Teil überfordert seien, teilte der Verein Programmberatung für Eltern e.V. am Mittwoch mit - er gibt die Broschüre “flimmo“ seit 1996 in München heraus. Vorher waren 76 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren über ihre Haltung zu MTV und Viva befragt worden.

Popstars und ihre früheren Berufe

Popstars und ihre früheren Berufe: Trucker, Tankwart, Totengräber

Besonders problematisch für Kinder und Jugendliche seien der Untersuchung zufolge die Formate “Next“, “Bully Beatdown“, “Desaster Date“, “Date my Mom“, “Exposed“ (alle MTV) und “Playboy Mansion“ (Viva) - “Überforderung und Irritation sind die Folge, wenn Gemeinheiten, Gewalt und sexualisierte Darstellungen unkommentiert bei Kindern ankommen“, heißt es in der neuesten Ausgabe von “flimmo“. “Deshalb sollte ihnen das fragwürdige Anschauungsmaterial am besten vorenthalten werden.“

In den Sendungen geht es unter anderem um jugendliche Schlägertypen, die gegen Profikämpfer antreten müssen (“Bully Beatdown“), um die jungen Gespielinnen von “Playboy“-Erfinder Hugh Hefner (“Playboy Mansion“) und um ahnungslose Leute, die in absurde Situationen hineingezogen werden (“Desaster Date“) - Gewalt, falsche Schönheitsideale, unnötige Schadenfreude sowie Bloßstellung auf Kosten Dritter lauten die Vorwürfe der Jugendschützer gegen MTV und Viva.

In Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland, in Sachsen und Thüringen wird “flimmo“ kostenlos an die Eltern von Erstklässlern verteilt. Vielerorts liegt das Heft in Apotheken, Arztpraxen und öffentlichen Büchereien aus.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare