Elvis Presley - Die Legende wird 75

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Elvis Presley ist laut "Forbes" noch immer erfolgreicher als lebende Stars.

Frankfurt/Memphis - Der King lebt! Elvis Presleys Ruhm und Erfolg sind auch 32 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. Zu seinem 75. Geburtstag erfahren Sie mehr über die wichtigsten Stationen seines Lebens.

Der junge Mann hatte gut Manieren, war höflich und schüchtern. Er zahlte im Memphis Recording Studio 8,25 Dollar dafür, mit der 1953 als professionell geltenden Studiotechnik zwei Lieder auf Celluloseacetat aufzunehmen: Es war noch gut ein Jahr vor der Aufnahmesession von “That's Allright Mama“.

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Der King wird 75

Elvis Presley sang “My Happiness“ und “That's When Your Heartaches Begin“ und erklärte der freundlich interessierten Assistentin von Studiobesitzer Sam Phillips: “Ich singe alles“. Selbstbewusst fügte er hinzu: “Ich klinge wie kein anderer.“ Die beiden Sätze bringen die Karriere des “King of Rock'n'Roll“ auf den Punkt: Sobald Presley einen Plattenvertrag in der Tasche hatte und professionell Musik machen konnte, suchte er seine Lieder nach einer gewissen Intensität, nicht aber nach Genregrenzen aus.

Ein Star ist geboren

Presley sang Blues, Country, Gospel, Rock, Swing; selbst arienhafte Lieder wie “It's Now Or Never“ oder Volkslieder wie “Wooden Heart“ (“Muss I denn“) klangen bei ihm souverän. Elvis Aaron Presley, der König des Rock'n'Roll, würde am 8. Januar 75 Jahre alt.

Marion Kreisker notierte 1953: “Guter Balladensänger, merken!“, und Presley verabschiedete sich mit seinem Acetat - das war eine Art als Schallplatte abspielbares Muster, ein Vorprodukt. Die beiden Lieder waren ein Geschenk für seine Mutter Gladys Love Presley.

Phillips war damals schon auf der Suche nach einem weißen Musiker, der den Blues und Soul der Schwarzen singen konnte, ohne sie einfach nur zu imitieren. Aber erst am 5. Juli 1954 sollte er Presley selbst in seinem Studio kennenlernen. Der künftige Superstar hatte bis dahin tagsüber als Lkw-Fahrer gejobbt und verdiente sich mit Live-Auftritten etwas dazu.

Urknall der Rockmusik

Nun war er mit Gitarrist Scotty Moore und Bassist Bill Black zu seiner ersten richtigen Aufnahmesession im Studio. Der Funke sprang nicht sofort über, das Trio quälte sich durch eine Ballade, ohne dass wirklich etwas passierte.

Dann sang Presley mehr zum Spaß “Big Boy“ Crudups “That's Allright Mama“, und auf einmal ging alles wie von selbst: Presley, Moore und Black nahmen mal eben den ersten Rockabilly-Song der Geschichte auf, eine Rock'n'Roll-Spielart aus schwarzem Blues und Soul und Country. Phillips brachte es auf seinem Sun-Label als Single heraus, die B-Seite wurde “Blue Moon of Kentucky“.

Der King of Rock'n'Roll in seinen besten Jahren. Später litt er unter Übergewicht und war Tablettensüchtig.

Die Band trat nun auf Konzerten vor größerem Publikum auf, das komplett ausrastete, wenn Presley sich zu der Musik rhythmisch bewegte. DJ Bob Neal, der von 1955 an knapp ein Jahr Presley managte, beobachtete erstaunt: “Er machte einfach automatisch alles richtig.“

Große Plattenfirmen wurden auf den jungen Südstaatler aufmerksam, RCA kaufte Presley aus seinem Vertrag bei Sun Records - für die damals gewaltige Summe von 40.000 Dollar. Ende 1955 wurde Colonel Tom Parker Presleys Manager, 1956 kam mit “Heartbreak Hotel“ der Durchbruch - nicht nur für Presley, sondern für eine neue Popkultur.

Skandale in der Nachkriegszeit

Ob Beatles, Rolling Stones, U2 bis hin zum Rapper Eminem: Elvis Presley war für sie der musikalische Urknall, der alle anderen Spielarten von Rock und Pop möglich machte. Schon in den 50ern wurde er zum “King of Rock'n'Roll“ ausgerufen. 

“All Shook Up“: Hüftschwünge gegen das Establishment

Presley ließ mit Liedern sozusagen mit ein paar Hüftschwüngen die spießige Fassade der Nachkriegsgesellschaft einstürzen. “All Shook Up“, “Teddy Bear“ und “Jailhouse Rock“ - die Bewegungen von “Elvis the Pelvis“ galten für Sitte und Moral als so gefährlich, dass Fernsehsender den Sänger nur noch von der Hüfte aufwärts zeigten.

Die etablierte Presse sah in ihm einen Jugendverderber - und fachte die Rebellion der Jungen nur weiter an. Presley begann eine Karriere als Schauspieler, Filme und deren Soundtrack-Alben machten in den Kinos und Plattenläden gleich zweimal Kasse.

Der King in Deutschland

Als er 1958 zum Militärdienst eingezogen wurde, sich weder drückte noch seinen Starstatus für einen angenehmeren Dienst als bei einer Heereseinheit im hessischen Friedberg ausnutzte, wandelte sich das Bild: Elvis wurde der All-American Star, Amerika wurde stolz auf ihn. Doch nach der Militärzeit wurde Presley unter Parkers rührigem Management in Dutzenden, in immer schnellerer Folge produzierten Filme verschlissen.

Die Umsätze stimmten, die künstlerische Qualität nicht - und Presley wusste das. Er wirkte zwischen 1960 und 1969 in 27 Filmen mit, und Ende der Dekade war ihm klar, dass er so weder weitermachen konnte noch wollte. “Ich fühlte, dass ich verpflichtet war etwas zu machen, an das ich nicht glaubte“, sagte er 1972. “Es machte mich krank, ich musste das ändern.“

Ein TV-Special brachte im Dezember 1968 das Comeback des Sängers Elvis Presley. Mit “In The Ghetto“ hatte er kurz darauf wieder einen internationalen Hit. Presleys Shows - unter anderem in Las Vegas - wurden legendär wie die glitzernden “Jumpsuits“ des “Kings“. In den 70ern brachte er es auf bis zu 150 Konzerte im Jahr.

Laut “Forbes“ noch immer erfolgreicher als lebende Stars

Doch im Privatleben Presleys kriselte es: 1973 wurde seine Ehe mit Priscilla geschieden, die er 1959 in Deutschland kennengelernt hatte und mit der er seit 1967 verheiratet war und die Tochter Lisa Marie hatte. Er war von Medikamenten abhängig und übergewichtig; der “King“ wurde - nicht unähnlich seinem Pop-Nachfolger Michael Jackson - zu seiner eigenen Karikatur.

Am 16. August 1977 wurde er leblos im Badezimmer in seinem Haus in Memphis aufgefunden: Er wurde nur 42 Jahre alt. Doch Presleys Ruhm, sein Status als Ikone der Popkultur, ist ungebrochen. Er gilt als der kommerziell erfolgreichste Musiker aller Zeiten, mehr als eine Milliarde Elvis-Tonträger sollen verkauft worden sein.

Sein Haus Graceland in Memphis ist zu einer Art Pilgerstätte geworden und zieht Jahr für Jahr zehntausende Besucher an. Laut dem Magazin “Forbes“ ist er Topverdiener unter den toten Prominenten; 2008 lag er mit 52 Millionen Dollar sogar noch vor aktiven Superstars wie Madonna und Justin Timberlake.

Die Feier seines 75. Geburtstags soll die bisher größte in Graceland werden, verspricht die offizielle Elvis-Webseite.

ap

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