Erstmals äußert sich ihr Anwalt

Kates Nacktbilder: Droht sogar Haftstrafe?

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In Asien versucht Herzogin Kate, trotz allem Haltung zu bewahren.

Paris - Gegen juristische Fakten haben die nackten Tatsachen von Herzogin Kate keinen Bestand. Jetzt wurde bekannt, dass die Veröffentlichung für die Magazine bisher ungeahnte Folgen haben kann.

Auf Tuvalu ist die Welt des royalen Besuchsprogramms noch in Ordnung: Blumengeschmückte Männer, eine begeisterte Menge, die halbe Inselbevölkerung auf den Beinen, um Prinz William und seiner Frau Kate zuzujubeln. Die Südseesonne dürfte Kate weit angenehmer in Erinnerung bleiben als jene provenzalischen Sonnenstrahlen, unter denen sie ihr Bikinitop abstreifte. Die Fotos von Tuvalu kommen vielleicht ins Familienalbum, die Paparazzi-Aufnahmen landen jetzt im Giftschrank.

Die eindeutige Rechtslage in Frankreich lässt kaum Platz für Zweifel. Ungenehmigte Veröffentlichungen aus dem privaten Bereich sind praktisch tabu. Diese juristischen Fakten haben die sonst für Königshäuser so wichtigen Klatschpresse schnell eingeholt. Vier Tage nach der ersten Veröffentlichung durch das französische Magazin Closer kassierte das Gericht in Nanterre bei Paris die heimlich geschossenen Fotos. Alle Aufnahmen müssen den Briten übergeben werden, die weitere Verbreitung ist verboten. Somit bleibt auch die Drohung, weitere intime Bilder zu veröffentlichen, unerfüllt. Währenddessen fahndet die Polizei mit Hochdruck nach dem Fotografen.

Der kurze Zwischenerfolg hat für die Royals einen Beigeschmack. Beim Blick ins Internet ist es schwer, nicht über die Bilder vom Freisitz jenes Château d'Autet zu stolpern, auf dem die beiden 30-Jährigen sich ebenso sorglos wie unbedeckt tummelten. Auch die in Deutschland von der ehemaligen First-Lady beklagte automatische Vervollständigung bei Google-Anfragen schlägt für Suchen nach der Herzogin nach sechs Buchstaben „Kate Middleton oben ohne“ vor.

„Der Schaden ist da“, kommentierte der Pariser Anwalt der Royals, Aurelien Hamelle, bei der Anhörung vor Gericht die Wirkung der Bilder eines „eminent intimen Moments“. Dies ist nicht anzuzweifeln. Immerhin hat die italiensche Zeitschrift Chi die Nacktfotos auf 28 Seiten abgedruckt. Auch ein irisches Magazin veröffentlichte die Bilder. Dort wurde schnell gehandelt: Der Chefredakteur wurde bereits suspendiert. Das Königshaus geht nun noch einen zweiten juristischen Weg. Nach einer entsprechenden Anzeige von William und Kate hat die Staatsanwaltschaft in Nanterre Vorermittlungen für ein Strafverfahren eingeleitet. In Frankreich kann sich ein solches Verfahren gegen den Fotografen, die Closer-Chefredakteurin oder auch gegen das Magazin selbst richten.

Im Zweifel geht es um bis zu ein Jahr Haft. Die ebenfalls drohende Geldstrafe von maximal 45 000 Euro scheint allerdings wenig abzuschrecken. Zuletzt etwa ging unter anderem Valérie Trierweiler, Lebensgefährtin von Frankreichs Präsident François Hollande, gegen das Blatt vor. Es hatte ein Foto gedruckt, das die Freundin der Staatsspitze in Badekleidung zeigt. Im Jahr 2007 ging es um 15 000 Euro, als ein Closer-Foto den früheren Sozialistenchef mit seiner damals angeblichen neuen Geliebten zeigte.

Die juristischen Bemühungen von William und Kate mit Blick auf Closer helfen ohnehin nur innerhalb der französischen Grenzen weiter. Für die neuerlichen Abdrucke in Irland oder Italien hat die Entscheidung von Nanterre keine Bedeutung. Das scheinen die Dänen jetzt auszunutzen: Sie kündigten die Veröffentlichung der Fotos an. Das britische Königshaus gibt sich auf Fragen nach Schritten auch gegen diese Veröffentlichungen entsprechend zurückhaltend: „No comment.“

dpa/msa

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