Missbrauch

Maren Kroymann: Filmbranche anfällig für Übergriffe

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Die Schauspielerin Maren Kroymann mischt sich ein. Foto: Britta Pedersen

Die Schauspielerin und Kabarettistin berichtet, wie es hinter den Kulissen der Film- und Theaterbranche zugeht.

Berlin (dpa) - Konkurrenzdruck und Schönheitsdenken machen die Filmbranche nach Ansicht der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann (68) besonders anfällig für sexuelle Übergriffe.

Es gebe in Deutschland viel mehr Schauspielerinnen und Schauspieler, als gebraucht würden, sagte sie am Samstagabend im Deutschlandfunk Kultur. Manche jüngere Frauen dächten daher, sie könnten es neben der Begabung auch über das Aussehen schaffen. Dieses Schönheitsdenken sei in der ganzen Film- und Theaterbranche präsent und werde auch ausgenutzt.

"Das ist auch nicht die Schuld von den Frauen, sondern die Branche funktioniert so", sagte Kroymann. Hinzu komme, dass man sich bei der Arbeit schnell nahe komme, ohne eine wirkliche Beziehung zu haben. Dies erleichtere einen Übergriff.

Jede Kollegin könne von Regisseuren berichten, "die vorzugsweise Frauen fertig machen - bis sie in Tränen aufgelöst sind", sagte Kroymann weiter. "Und dann nach der Probe wird sich angenähert und oft unter Einsatz körperlicher Mittel die junge Kollegin wieder aufgebaut."

In einem Bericht des aktuellen "Zeit-Magazins" hatten mehrere Schauspielerinnen schwere Anschuldigungen gegen den Regisseur Dieter Wedel erhoben, bis hin zu erzwungenem Sex. Wedel, der mit TV-Mehrteilern wie "Der Schattenmann" und "Der König von St. Pauli" Bekanntheit erlangte, wies die Vorwürfe per eidesstattlicher Erklärung als unzutreffend zurück.

Beitrag im Deutschlandfunk Kultur

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