Verein Deutsche Sprache: Lena wird uns blamieren

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Lena Meyer-Landrut

Dortmund - Deutschland hofft, mit Lena Meyer-Landrut endlich wieder eine gute Platzierung beim Grand Prix zu erlangen. Der Verein Deutsche Sprache schlägt aber Alarm: Uns drohe eine Blamage.

Der Verein Deutsche Sprache befürchtet beim Eurovision Song Contest am Samstag in Oslo eine “erneute Blamage“. Der Grund: Die deutsche Grand-Prix-Hoffnung Lena Meyer-Landrut singt auf Englisch. Bei dem internationalen Wettbewerb sei aber die deutsche Sprache ein Garant für gute Platzierungen, erklärte der Verein am Freitag in Dortmund.

Lena habe wirklich das Talent, den Wettbewerb zu gewinnen. “Ihr englisches Lied hat aber überhaupt keine Verbindungen zu Deutschland und lädt niemanden zwischen Lissabon und Moskau zum Mitsummen oder Mitschunkeln ein“, sagte der Vorsitzende, Walter Krämer. Deutschland sei immer am erfolgreichsten, wenn die deutschsprachigen Vertreter auch auf Deutsch gesungen hätten - wie etwa Nicole, die im Jahr 1982 mit ihrem Lied “Ein bißchen Frieden“ den ersten Platz holte.

Gegen diese Kandidaten singt Lena beim Grand Prix

Gegen diese Kandidaten singt Lena beim Grand Prix

Tatsächlich gab es bis zur Jahrtausendwende stets nur deutsche Texte - und etliche Top-Ten-Platzierungen. Seit 2002 gab es hingegen nur einen Song auf Deutsch, alle anderen waren auf Englisch, und es sprang nur ein Platz unter den besten Zehn heraus. Allerdings: Dieser Top-Ten-Platz wurde von Max Mutzke 2004 mit dem Song “Can't Wait Until Tonight“ erzielt.

Zudem sind die Gründe für das schlechte Abschneiden deutscher Künstler bei Grand-Prix-Experten umstritten. Eine stärke Konkurrenz durch neue Teilnehmerländer und eine qualitative Verbesserung der Musikproduktion besonders kleinerer Nationen könnten dabei ins Gewicht fallen.

Der 1997 gegründete Verein Deutsche Sprache bezeichnet sich selbst als die weltweit größte Sprach-Bürgerbewegung mit mehr als 32 000 Mitgliedern.

dpa

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