15.000 Euro an Steuern hinterzogen: Bewährungsstrafe für Taxiunternehmer

Waldeck-Frankenberg. Weil er mehr als 116.000 Euro an Sozialabgaben nicht abgeführt und über 15.000 Euro Steuern hinterzogen hat, ist ein Taxiunternehmer aus Waldeck-Frankenberg vom Marburger Landgericht zu 21 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der 47-Jährige hatte geringfügig beschäftigte Mitarbeiter zusätzlich schwarz entlohnt.

„Das ist alles mein Fehler, das habe ich so gemacht“, bestätigte er nach Verlesung alle Punkte der Anklageschrift. Demnach hatte er im Tatzeitraum zwischen 2007 und 2010 zwischen 38 und 68 Mitarbeiter, bei denen er 31 nicht anmeldete, obgleich sie sozialversicherungspflichtig gewesen wären.

Wie der Angeklagte berichtete, habe er seinerzeit eine Vielzahl von Aufträgen gehabt, die er habe vertraglich erfüllen müssen, so etwa durch das Krankenhaus oder als Anrufsammeltaxi (AST). „Eigentlich stand ich ganz gut da“. Zugleich sei es aber wegen der schlechten Bezahlung immer schwerer geworden, feste Mitarbeiter zu finden. Mit geringfügigen Beschäftigungen und der illegalen Aufstockung habe er des Problems Herr werden wollen.

Nachdem er aufgeflogen war – hinter dem anonymen Hinweis an den Zoll vermutete der Mann seine Ex-Freundin – habe er jedoch Verträge gekündigt und sein Unternehmen massiv verkleinert. Er wisse, dass er das so nicht wieder machen dürfe, jetzt solle alles legal laufen, auch mit weniger Geld für ihn. Laut eigener Auskunft fährt er das einzig verbliebene Taxi nur noch selbst.

Drei Fahrzeuge für Kurierfahrten würden von Mitarbeitern gefahren. Er selbst habe heute nur noch gut 300 Euro für seinen Lebensunterhalt, hoffe jedoch, dass dies auch wieder besser werde. (kse)

Wie der Vorsitzende der Strafkammer, Richter Carsten Paul, das verhältnismäßig milde Urteil begründete, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Quelle: HNA

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