1502 zählten nur Männer in Lehnhausen

Viele Infos an der Wand: Diese Besucher interessieren sich für die Ausstellung zur Geschichte Gemündens. Foto: Moniac

Zu einem Vortrag über die Geschichte Lehnhausens hatte der Museumsverein Gemünden den ehemaligen Lehrer Gerhard Adel gewonnen, der in dem heutigen Gemündener Stadtteil aufwuchs. Am Dienstagabend entführte Adel Besucher im Stadtmuseum in die Geschichte Lehnhausens und gab auch einige Anekdoten zum Besten.

„Gerhard Adel ist der Lehnhausen-Kenner schlechthin“, sagte der Vorsitzende des Gemündener Museumsvereins, Norbert Otto, der am Dienstagabend im Stadtmuseum mehrere Besucher begrüßte. Diese wollten sich über die Geschichte Lehnhausens informieren und lauschten daher intensiv den Ausführungen des Experten.

Nach eineinhalb Jahren Recherche und viel Arbeit hatte Adel 2006 die umfangreiche und mit vielen Fotos versehene Dorfchronik, die über 200 mal verkauft werden konnte, abgeschlossen. „Leider haben wir das Jubiläum des Ortes knapp verpasst“, sagte Adel. 2003 hätte man das 750-jährige Bestehen feiern können, denn die erste offizielle Urkunde datiert vom Jahr 1253.

Weitere Nennungen des Ortsnamens stammen aus urkundlich belegten Grundstücksverkäufen, die häufig an das Kloster Haina gingen.

1556 wurden im so genannten Saalbuch des Klosters die sieben damaligen Höfe Lehnhausens mit einer genauen Auflistung etwa der Grundstücke und des Viehbestands erwähnt. „So könnte Lehnhausen ausgesehen haben“, erklärte Adel mithilfe einer Skizze. Natürlich gab es keinerlei befestigte Straße, sondern lediglich Fußpfade. 1502 wurden „vier wehrhafte Männer“ als Einwohner genannt - Frauen und Kinder zählten nicht. In der gesamten Bunstruth lebten zu diesem Zeitpunkt etwa 100 Männer.

Im 15. Jahrhundert wurde Rosenthal das weltliche Zentrum des Gebietes, wobei dazu auch die Gerichtsbarkeit zählte; kirchlicher Mittelpunkt blieb Grüsen.

Im 18. Jahrhundert fanden genauere Vermessungen statt. So wurde die Entfernung von Lehnhausen nach Gemünden oder auch Rosenthal mit einer Stunde angegeben. 2,5 Stunden dauerte der Weg nach Frankenberg, fünf Stunden der nach Marburg. Kassel war 14 Stunden entfernt. Die Rede ist von Fußmärschen. (zmm)

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Quelle: HNA

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