15:5 für Silolager bei Bottendorf - Klage angekündigt

+
Planung des Bodenverbands Waldeck-Frankenberg: So soll die geplante Lagerfläche für erneuerbare Energien 200 Meter östlich der Burgwaldkaserne aussehen.

Bottendorf. Die Burgwalder Gemeindevertretung unterstützt das Projekt des Bodenverbandes Waldeck-Frankenberg, der in der Bottendorfer Gemarkung nahe der Burgwaldkaserne Lagerflächen für land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe errichten will.

Dort sollen Silo, Hackschnitzel, Gülle und Stallmist gelagert werden - insbesondere für die Zulieferung zu Biogas- und Heizanlagen der Firma Viessmann in Allendorf-Eder.

Die große Mehrheit der Parlamentarier teilt nicht die Bedenken von Gemeindevetreter Klaus Klimaschka (Bürgerliste Ernsthausen) und der Interessengemeinschaft Bottendorf (IG). Mit 15 zu 5 Stimmen beschloss die Gemeindevertretung am Donnerstagabend die für das Projekt nötige Änderung des Flächennutzungsplanes und den eigens dafür erstellten Bebauungsplan.

Gegen das Projekt haben gestimmt: drei Vertreter der Bürgerliste Ernsthausen nach Begründung durch Sprecher Klimaschka, Stefan Sommer von der FDP („Ich kann nicht reinen Gewissens zustimmen“) sowie Reinhard Mayer von der Bürgerliste Burgwald. Die Argumente für die Anlage hatte insbesondere Gerhard Wünsch von der Wählergemeinschaft Bottendorf vorgebracht.

Nach dem Beschluss der Bauleitplanung forderte Klimaschka Bürgermeister Lothar Koch auf, gegen den Beschluss Widerspruch einzulegen, um Schaden von der Gemeinde fernzuhalten. Eine von der IG Bottendorf angekündigte Normenkontrollklage gegen die Bauleitplanung werde Erfolg habe und der Gemeinde Gerichtskosten von 30.000 bis 50.000 Euro verursachen, warnte er.

Diese Aufforderung bezeichnete Gerhard Wünsch als „fragwürdig“. „Unser Bürgermeister braucht keine Belehrung“, sagte Wünsch. Planer Bodo Tempich und Bürgermeister Koch hatten zuvor noch einmal betont, dass alle Planungen mit der Oberen Naturschutzbehörde abgestimmt seien. Gemeindevertreter Dieter Klein (Wählergemeinschaft Bottendorf) hatte sich dies im Vorfeld telefonisch von der Behörde bestätigen lassen, wie er sagte.

Kann eine Klage den Bau verzögern, hat sie aufschiebende Wirkung? Dazu sagte Planer Bodo Tempich: Das kann sein, muss aber nicht. Es hängt von der Einschätzung des Gerichtes ab.“

Der Bodenverband will sein Projekt jedenfalls weiterverfolgen, obwohl es nach ursprünglicher Planung schon längst hätte gebaut sein sollen. Geschäftsführer Walter Dersch betonte auf HNA-Anfrage, dass anders als von der IG Bottendorf behauptet und befürchtet, am Standort Winterstrauch nie eine Biogasanlage entstehen sollte: „Dort war schon immer nur eine Lagerstätte für Rohstoffe geplant.“

Was die Gegner und die Befürworter des Projektes konkret sagen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare