Burgwald

1816 Fahrer „tappen“ in die Radarfallen

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- Burgwald (rou). Unzählige Bremsspuren zeichnen die Fahrbahn am Bottendorfer Ortseingang, aus Richtung Ernsthausen kommend: Dass sie stark in die Eisen gegangen sind und Gummi ihrer Reifen gelassen haben, mag etliche Fahrer vor Post von der Gemeinde Burgwald bewahrt haben. Doch einige Hundert sind dabei fotografiert worden, wie sie zu schnell nach Bottendorf „reingerauscht“ sind.

Die Gemeindeverwaltung hat dieser Tage damit begonnen, die Verwarngeldbescheide für die Geschwindigkeitsüberschreitungen in den Ortslagen von Bottendorf und Ernsthausen zu versenden. Und besonders häufig ausgelöst hat die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage in Höhe des Bottendorfer Forsthauses in der Wolkersdorfer Straße. Aber auch in Höhe der Grundschule wurden recht viele Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert, berichtet Christoph Ehler von der Burgwalder Gemeindeverwaltung auf FZ-Anfrage.

In Zahlen: Vom 31. August bis 15. September schossen die beiden Bottendorfer Anlagen insgesamt 1679 Fotos, durchschnittlich also 105 am Tag. Von den zu schnellen Fahrern sind 318 im Landkreis Waldeck-Frankenberg und 222 im benachbarten Landkreis Marburg-Biedenkopf gemeldet. Der Großteil, insgesamt 1139 „geblitzte“ Fahrer, sind ortsfremd. Diese Quote hat der Verwaltungsmitarbeiter auch aus der Ernsthäuser Anlage ausgelesen, die in Fahrtrichtung Bottendorf in Höhe der Tankstelle aufgestellt wurde.

Binnen der 16 Tage waren 137 Fahrer zu schnell, davon waren 39 Waldeck-Frankenberger, 15 Marburg-Biedenkopfer und 83 Auswärtige. Dass in Ernsthausen wenige Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern missachten, kommt für Ehler nicht von ungefähr. „Die, die zu schnell von Marburg in Richtung Frankenberg fahren, sind wahrscheinlich spätestens in Ernsthausen geheilt“, sagt er und verweist auf die stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Simtshausen und in Münchhausen. Außerdem wirke die nächtliche Heruntersetzung der Höchstgeschwindigkeit im B-252-Abschnitt zwischen Göttingen und Münchhhausen sicherlich nach. Innerorts dürfen Lastwagen und Autos nur 30 Stundenkilometer schnell fahren.

Viele ortsfremde Verkehrsteilnehmer würden nachts zwischen 22 und 6 Uhr, aber auch in Ernsthausen und Bottendorfer 20 km/h langsamer fahren als eigentlich zulässig, betont Ehler. Dass in Bottendorf im Vergleich zu Ernsthausen viele Fahrer geblitzt würden, hänge vermutlich auch „mit der langen Gerade vor der Ortseinfahrt und der Breite der Ortsdurchfahrt zusammen“. Nach der ersten Auswertung steht für Ehler allerdings auch fest, „dass wirklich nur wenige viel zu schnell durch die Orte fahren“. Er verweist auf die registrierten Geschwindigkeitsüberschreitungen. Von den 1816 Fällen waren 981 maximal 10 Stundenkilometer zu zügig unterwegs, also mehr als die Hälfte. Und die meisten von denen werden noch nicht einmal Post von der Gemeinde Burgwald erhalten. 50 Stundenkilometer sind erlaubt, bis 55 km/h wird nicht geahndet, hinzu kommt die Kulanz von vier Stundenkilometern.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 01. Oktober.

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