Erinnerungen: 1946 nahm der TSV Frankenau erstmals Frauen auf

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Seit Jahren gute Freundinnen: Elisabeth Kramer (links) und Annemarie Ruhwedel.

Frankenau. In der Gaststätte „Hessischer Hof“ hatte das Reck seinen gewohnten Platz. „Nach den Turnübungen wurde es unter die Bühne geschoben“, erinnert sich Elisabeth Kramer an das Jahr 1946. „Links und rechts der Bühne standen das Pferd und der Barren.

Hier haben wir uns dann ein Jahr nach Kriegsende regelmäßig getroffen, um beim TSV Frankenau gemeinsam zu turnen oder Gymnastik zu machen. Die ersten Disziplinen waren Stabübungen“, sagt Kramers langjährige Freundin Annemarie Ruhwedel.

Das Jahr 1946 war ein besonderes in der Geschichte des TSV Frankenau, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen begeht. Er feierte damals nicht nur seinen sportlichen Neuanfang nach dem Krieg. Erstmals durften auch Frauen als Mitglieder des TSV am Vereinsleben teilnehmen.

„Das war für uns wichtig. Wir konnten voher ja nur außerhalb eines Vereins und in der Schule Sport treiben“, sagt Kramer und ergänzt: „Es war schön zu erleben, das nun auch in einem Verein möglich war. Diese Gemeinschaft auch heute noch erleben zu dürfen, ist fantastisch. Sie hält einen bis heute jung und fit.“

Elisabeth Kramer ist heute, ebenso wie Annemarie Ruhwedel, 84 Jahre alt. Die zwei Frauen aus Frankenau sind seit 1996 Ehrenmitglieder des Vereins. Sie spielten ab 1948 auch noch zusammen in einer Handballmannschaft.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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