Geldscheine für Eigentore

1960 ging Deutschlands größter Totobetrug von Viermünden aus

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Signal für den Staatsanwalt: Kurz nachdem dieser Artikel im Juli 1960 in der Hamburger Illustrierten „stern“ erschienen war, wurde der „Toto-Tipper Töpel“ in Viermünden verhaftet. Reporter streiften durch das Dorf, die gesamte bundesdeutsche Presse berichtete damals über den Toto-Skandal im Kreis Frankenberg.

Viermünden. Der Fußball-Weltverband Fifa wird derzeit von einem der größtenWettskandale der Sportgeschichte erschüttert. Das weckt Erinnerungen an einen der ersten Wettskandale im Fußball, der 1960 von Viermünden ausging. 

Der Leiternfabrikant Herbert Töpel hatte damals bundesweit Oberligaspieler mit Bargeld bestochen. Der „stern“ deckte die Machenschaften auf und schrieb „Greifen Sie zu, Herr Staatsanwalt.

Wir erinnern an den Fall des „Toto-Tippers Töpel“, wie ihn der „stern“ damals nannte, und zeigen, wie simpel im Vergleich zur heutigen Wett-Mafia der Viermündener damals zu Werke ging, um Spielausgänge, auf die er getippt hatte, zu beeinflussen.

Idee, das Glück zu korrigieren

Herbert Töpel hatte die Idee, „das Glück zu korrigieren, indem er den Ausgang der sonntäglichen Fußballspiele selber beeinflusst“, schrieb damals der „stern“. Er forderte in Briefen seine Außendienstmitarbeiter auf, Spielern Geld zu bieten, um beispielsweise ein Unentschieden durch ein Eigentor zu erreichen.

Seinem Vertreter in Hamburg schlug Töpel am 23. Juli 1958 vor, hinter dem Tor zu stehen, wenn die Spieler von Concordia die Mannschaft von Hannover 96 gewinnen ließen. Der Lohn: 1100 DM Schmiergeld für Concordia. „Sie müssten dann am Sonnabend hinter dem Tor stehen und den Leuten das Geld geben! Brief nach Erledigung vernichten!“, forderte Töpel seinen Angestellten auf.

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Quelle: HNA

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