Land Hessen fördert Anschaffung

20 Kommunen aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf schaffen Elektrofahrzeuge an

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„Ländlich-e-mobil“ heißt das Gemeinschaftsprojekt von 20 Kommunen aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf. Auf Initiative von Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch (links) schaffen sie alle ein oder mehrere Elektrofahrz euge für ihre Bauhöfe oder Verwaltungen an. Das Land Hessen übernimmt 40 Prozent der Anschaffungskosten. Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf (rechts) übergab in Burgwald den entsprechenden Bewilligungsbescheid. Er sprach dabei von einem „Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft für ganz Nordhessen“. 

Burgwald – „Aus einer einfachen Idee ist ein tolles Projekt geworden“, sagte Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch im DGH Burgwald bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides für die Anschaffung von 27 Elektrofahrzeugen für 20 Kommunen aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf.

Alles fing mit seiner Überlegung an, künftig den Strom von der Fotovoltaikanlage der neuen Kita in Ernsthausen für ein Elektrofahrzeug zu nutzen, das dem Hausmeister verschiedener Einrichtungen in Ernsthausen zur Verfügung gestellt werden soll.

Der Strom sei vorhanden. Die Gemeinde könne als Vorbild vorangehen in Sachen Klimaschutz. Die Kinder der Kita könnten direkt am Kindergarten verfolgen, wie das Auto geladen wird und so in Sachen Klimaschutz und regenerative Energie sensibilisiert werden, war Kochs Gedanke.

Im Gespräch mit drei Bürgermeisterkollegen aus dem Frankenberger Land bekundeten auch sie Interesse an der Anschaffung von Elektrofahrzeugen für ihre Bauhöfe. Bei einem Termin im Wirtschaftsministerium in Wiesbaden, den CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg in die Wege geleitet hatte, zeigten sich die Verantwortlichen offen für das Gemeinschaftsprojekt mit Namen „ländlich-e-mobil“. Sie signalisierten Zuschüsse.

Die Gemeinde Burgwald schrieb weitere Kommunen an. Insgesamt 20 sagten verbindlich zu. Sie wollen 27 Elektrofahrzeuge anschaffen und 22 Ladestationen installieren – in einem Gesamtwert von 750 000 Euro.

Das Land Hessen zahlt einen 40-prozentigen Zuschuss in Gesamthöhe von 311 000 Euro. Als Einzelinvestition einzelner Kommunen wären sie wegen der geringen Sum-men nicht in den Genuss der Förderung gekommen, teilte ein Vertreter des Ministeriums mit.

Staatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) vom Wirtschaftsministerium übergab den Bewilligungsbescheid und sagte: „Das ist ein Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft auf ganz Nordhessen“. Die Kommunen könnten testen und auch der Bevölkerung zeigen, wie leistungsfähig Elektrofahrzeug sein können, und so dazu beitragen, noch vorhandene Vorurteile abzubauen.

Nun können die Kommunen in einer beschränkten Ausschreibung die Anschaffung ihrer Fahrzeuge in die Wege leiten. Die Abrechnung erfolgt über die Gemeinde Burgwald, damit das Land Hessen nur einen Ansprechpartner für die Förderung hat.

Es wird laut Bürgermeister Koch ein Kooperationsvertrag mit den Kommunen abgeschlossen. Er rechnet damit, dass die Fahrzeuge ab September den Kommunen zur Verfügung stehen.

Koch dankte Rainer Zollner, dem Klimaschutzmanager für das Obere Edertal und Burgwald, für die Unterstützung bei den Förderanträgen. Zollner freut sich seinerseits über das „Zustandekommen dieses einmaligen Projektes“.

Battenbergs Bürgermeister Christian Klein dankte seinem Burgwalder Amtskollgen im Namen aller beteiligten Bürgermeister dafür, dass Koch „das Heft des Handelns in die Hand genommen“ habe.

CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg sprach von einer tollen Idee, die Koch „mit Biss“ umgesetzt habe.

Diese Kommunen machen mit

Aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg wollen folgende Kommunen ein oder mehrere Elektrofahrzeuge kaufen: Allendorf/Eder, Burgwald, Edertal, Gemünden, Battenberg, Frankenberg, Volkmarsen, Bad Arolsen, Vöhl, Waldeck, Korbach und Rosenthal.

Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf machen mit: Dautphetal, Wetter, Amöneburg, Rauschenberg, Breidenbach, Weimar, Fronhausen und Lohra.

VON MARTINA BIEDENBACH

Quelle: HNA

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