20-Jähriger kaufte bulgarischen Führerschein ohne Fahrstunden und Prüfung

2200 Euro für falschen „Lappen“

Frankenberg. Weil er die Führerschein-Prüfung nicht bestanden hatte, hat sich ein 20-Jähriger aus dem Frankenberger Land für 2200 Euro einen bulgarischen Führerschein gekauft – ohne Fahrstunden und Prüfung. Nach einer Verkehrskontrolle flog der Schwindel nun auf. Das Frankenberger Amtsgericht stellte das Verfahren ein, der junge Mann muss dafür 500 Euro an die Ortsverkehrswacht zahlen und sich innerhalb von sechs Monaten tatsächlich in einer Fahrschule anmelden.

Nachdem er die Theorieprüfung nicht bestanden hatte, habe er keine Lust mehr auf die Führerscheinprüfung gehabt, sagte der arbeitslose Angeklagte vor Gericht. Als er von der Möglichkeit gehört hatte, einen bulgarischen Führerschein zu bekommen, habe er dieses Angebot genutzt. „Ich habe gedacht: Bulgarien gehört ja auch zur EU, also gilt der Führerschein auch in Deutschland“, sagte er.

Ob er sich denn nicht gewundert habe, dass er dafür nicht mal nachweisen musste, dass er fahren kann, fragte ihn Richterin Andrea Hülshorst. Der Angeklagte zuckte mit den Schultern. Und sie rechnete ihm vor, dass man in Deutschland sogar für weniger als 2200 Euro einen Führerschein legal machen könne.

Geld auf Schrottplatz gezahlt

Das Geld habe der einem Kontaktmann auf einem Schrottplatz übergeben, vier Tage später erhielt er seinen Führerschein. Damit war der 20-Jährige, der nach eigenen Angaben Auto fahren könne, mehrere Monate unterwegs. Auch bei Verkehrskontrollen – unter anderem weil er zu schnell war und während der Fahrt mit dem Handy telefonierte – fiel der falsche Führerschein lange Zeit nicht auf. Erst bei der letzten Kontrolle überprüften die Beamten die Papiere des Mannes genauer.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe riet dem Gericht, den Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu behandeln, da er eher als jugendlich und naiv einzuschätzen sei. Richterin Andrea Hülshorst berücksichtigte bei ihrem Urteil, dass der junge Mann durch die gezahlten 2200 Euro bereits bestraft sei.

Dennoch muss er als Auflage für die Einstellung des Verfahrens 500 Euro an die Ortsverkehrswacht zahlen. Da der Angeklagte in wenigen Tagen eine neue Arbeit beginnen will, machte sie ihm ebenfalls zur Auflage, sich bei einer Fahrschule anzumelden, um legal den Führerschein zu erwerben. (jpa)

Quelle: HNA

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