Urteil: 100 Sozialstunden

Per SMS bedroht: 25-Jähriger wegen Nötigung verurteilt

Frankenberger Land. Ein 25-Jähriger aus dem Frankenberger Land ist am Montag am Amtsgericht in Frankenberg zu 100 Sozialstunden wegen Nötigung verurteilt worden.

Laut Anklage soll der junge Mann Ende August 2012 eine 19-jährige Arbeitskollegin genötigt und vorsätzlich verletzt haben. Er soll die junge Frau mehrfach per SMS belästigt und bedroht haben. Konkret kam ein Fall zur Sprache.

Während einer gemeinsamen Busfahrt auf einem Betriebsausflug soll der Angeklagte der jungen Frau eine SMS mit eindeutig anzüglichem Inhalt gesendet haben.

Als ihn die junge Frau daraufhin zur Rede stellen wollte, soll er damit gedroht haben, ihrem Freund „alle Finger brechen zu wollen“. Als die Frau weggehen wollte, soll er sie daran gehindert haben, indem er sie am Oberarm festhielt. Die Frau soll dadurch blaue Flecken erlitten haben.

Der Angeklagte gab zu, die SMS während des Betriebsausflugs an die junge Frau verschickt und sie bedroht zu haben. Er und die Klägerin hätten ein zunächst freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt. Später habe er dann Annäherungsversuche unternommen, die auf Ablehnung stießen. Mit dieser Situation sei er nicht klargekommen, und so habe er sich zu der belästigenden SMS hinreißen lassen. Außerdem habe er die Frau während des Ausflugs angepöbelt, sie unter anderem aufgefordert, sie solle „ihren roten Tanga bei ihm abholen“. Beim anschließenden Gespräch sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen, allerdings sei die Klägerin zuvor „ausgerastet“ und habe nach ihm geschlagen.

Die junge Frau bestätigte, dass das Verhältnis zum Angeklagten zunächst freundschaftlicher Natur war. Dann habe dieser ihr immer wieder Nachrichten geschickt – teils Annäherungsversuche, teils Belästigungen und Bedrohungen. Nach dem Vorfall beim Betriebsausflug habe sie sechs Wochen lang Schmerzen im Brustbereich gehabt.

Zeugen bestätigten, dass es am Tag des Betriebsausflugs zu der Auseinandersetzung mit Handgreiflichkeiten kam. Die Klägerin sei nach dem Vorfall „völlig aufgelöst“ gewesen, und habe „fast hyperventiliert“. Auch sei sie Wochen danach psychisch beeinträchtigt gewesen, habe teils unkonzentriert gearbeitet.

Die Richterin sagte, dass das Verhalten des Angeklagten „fast an der Grenze zu Stalking“ sei. Ob die Geschädigte nach dem Vorfall tatsächlich körperliche Schmerzen erlitt, konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Richterin und Staatsanwaltschaft waren sich einig, was das Strafmaß betrifft. Auch vor dem Hintergrund, dass die Belästigungen inzwischen aufgehört haben, verhängte das Gericht eine Strafe von 100 Sozialstunden.

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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