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26-Jähriger stand nach tödlichem Unfall in Frankenberg vor Gericht

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Werl ak Symbolbild Polizei

Frankenberg - Im vergangenen Jahr kam es auf der B253 zwischen Frankenberg und Battenberg zu einem tödlichen Unfall. Am Montag stand der Unfallverursacher vor Gericht.

 „Mir tut das wahnsinnig leid“, sagte der 26-jährige Angeklagte mit weinerlicher Stimme. Er hatte am 2. Juli vergangenen Jahres auf der Bundesstraße 253 bei Röddenau in einer Kurve die Kontrolle über seinen BMW verloren und war mit einem 61-jährigen Motorradfahrer aus Frankenberg kollidiert. Der Biker starb noch an der Unfallstelle.

Wie der 26-Jährige in der Verhandlung gestern am Amtsgericht in Frankenberg berichtete, war er an dem Tag am frühen Morgen in Hamburg mit seinem BMW losgefahren, um nach Allendorf zu fahren. „Ich habe mich fit gefühlt, war ausgeschlafen“, sagte er vor Gericht. Auf der Fahrt habe er mehrere Zwischenstopps eingelegt. „Bis Wega kann ich mich an alles erinnern. Danach sind meine Erinnerungen weg.“

Wie genau es zu der Kollision mit dem Motorradfahrer gekommen ist, konnte der Unternehmensberater demnach nicht genau beschreiben. „Ich kann nicht ausschließen, dass es Sekundenschlaf war. Aber ich kann es auch nicht genau sagen.“ Er könne sich nur noch an ein Hupen und den Knall erinnern: „Das werde ich auch niemals vergessen.“

Einer der Zeugen, der ebenfalls auf der Bundesstraße in Richtung Battenberg unterwegs war und vor dem Angeklagten fuhr, berichtete über die Fahrweise des heute 26-Jährigen, die ihm aufgefallen sei. Er habe „mal mehr, mal weniger Abstand“ zu ihm gehalten. Außerdem habe der Angeklagte am Unfallort sinngemäß gesagt, dass er zu müde wäre – an den genauen Wortlaut konnte sich der Zeuge nicht mehr erinnern.

Ein weiterer Zeuge gab dagegen an, dass ihm die Fahrweise des Unternehmensberaters nicht aufgefallen sei – dieser Zeuge fuhr mit seinem Wagen hinter dem Angeklagten. Zeugen berichteten außerdem, dass der 26-Jährige nach der Kollision sichtlich geschockt und ergriffen gewesen sei. Nach dem Unfall, so erzählte der Angeklagte weiter, sei er bei seinen Eltern gewesen und habe „versucht ins Leben zurückzukommen“. Auch bei einem Psychologen sei er gewesen.

Alkohol, Betäubungsmittel oder etwa das Handy hätten nicht zu dem Unfall auf der Bundesstraße geführt – das konnte nachgewiesen werden, erklärte die Richterin.

„Es steht fest, dass der Angeklagte von der Fahrbahn abgekommen ist, den Motorradfahrer erfasst und unfallbedingt getötet hat. Es steht außer Frage, dass die Ursache im Versagen des BMW-Fahrers liegt“, sagte der Staatsanwalt. Der 26-Jährige sei entweder unaufmerksam oder zu müde gewesen – andere Anhaltspunkte würden nicht vorliegen. Es handele sich hierbei um fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs, führte der Staatsanwalt aus. Er plädierte daher für eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 80 Euro (7200 Euro) und für eine Sperrung der Fahrerlaubnis um weitere vier Monate. Diese wurde dem Angeklagten bereits zuvor für mehr als ein Jahr entzogen.

Die Richterin kam diesem Vorschlag nach und führte den Unfall auf Sekundenschlaf zurück. „Sie haben auch den Eindruck gemacht, dass es Ihnen leid tut. Der Unfall wird etwas sein, dass Sie ein Leben lang verfolgen wird“, sagte sie zum Abschluss zu dem Angeklagten.

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Bei einem Unfall in Hallenberg erliegt ein 19-jähriger Motorradfahrer aus Frankenberg seinen Verletzungen. Er kommt auf die Gegenfahrbahn und kollidiert dort mit einem Pkw.

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